Wie es sich gehört, schwang zuerst der Kasper höchst persönlich patriotisch und schlitzohrig das Zepter. Schließlich glänzt der einst vom Künstler Eckhard Böttger geschaffene lustige Geselle in den Elbe-Elster-Farben Rot-Weiß und vor allem im Sparkassen-Rot, was für die Lebensfähigkeit des Festivals durchaus wichtig sei, wie Kulturamtsleiter Andreas Pöschl dem Kasper mit verschwörerischem Blick ins Ohr flüsterte.

Der Kasper ist im Landkreis inzwischen übrigens so wichtig geworden, dass er im kommenden Jahr zur 1. Brandenburger Landesausstellung sogar ein eigenes Stück geschrieben bekommt. Kulturdezernent Roland Neumann lobte das ,,gleich bleibend hohe Niveau des Festivals" mit diesmal internationaler Beteiligung aus Italien, Österreich, Tschechien und der Ukraine und dass die ,,Verstetigung über 15 Jahre hinweg in Brandenburg einzigartig" sei.

Sein Dank ging an Dr. Olaf Bernstengel. Er habe als künstlerische Leiter des EE-Puppentheaterfestivals von Beginn an für dessen Niveau gesorgt. Für Bernstengel hat das Elbe-Elster-Festival gemeinsam mit dem Museum des mitteldeutschen Wandermarionettentheaters Bad Liebenwerda dazu beigetragen, dass das ,,Puppenspiel in Deutschland wieder einen festen Platz im System der Künste erworben" habe. Neben Erlangen, Husum, Erfurt und Potsdam gehöre das Elbe-Elster-Festival zu den Highlights der Puppentheaterszene in Deutschland, stellte der Theaterwissenschaftler fest. Das Verdienst bestehe vor allem darin, dass ,,es einem ganzen Territorium zugute kommt". Diesmal sind es 18 Schulen, vier Kitas und 27 Kommunen im Landkreis, die 31 Inszenierungen von 20 verschiedenen Bühnen bis zum kommenden Sonntag erleben können.

Nach all den Lobesworten kamen die Hauptakteure zu ihrem Recht. Zunächst wagte sich die heimische Puppenbühne ,,Regenbogen-mobil" aus Frankena unter Regie von Karin Heym an den Michalkow-Klassiker ,,Der Hase im Rausch" und setzte die Geschichte vom übermütigen Hasen mit tollen Puppen gekonnt und humorvoll in Szene.

Ebenso humorvoll spielten Katharina Sell und Frank Hirrich vom ,,Figurentheater Ernst Heiter" aus Peenehagen das Märchen vom ,,Froschkönig" als altes Ehepaar und zeigten für Erwachsene mit skurrilem Humor, wie Prinzessin Gabriela und Edwards auch nach 37 Jahren noch miteinander auskommen - dank Schlossfrosch Eddi. Besonders die Mischform von Schau- und Puppenspiel gefiel.

Schwerstarbeit leistete Markus Dorner zum großen Vergnügen des Publikums dann mit dem von ihm ins Puppentheater gebrachten Kult-Film von ,,Don Camillo und Peppone" nach dem Roman von Giovannino Guareschi. Am vor Witz sprühenden Kampf zwischen Gottesmann und Kommunist hatte das Publikum großen Spaß.

Mit ,,Frau Fischer und ihr Mann" sind die beiden Puppenspieler vom ,,Ernst Heiter" Theater" am Montag in der Kirche Sallgast zu Gast.

,,Kasper sucht Farben", heißt es mit ,,Regenbogen-mobil" am Freitag im Schloss Ahlsdorf und ,,Kasper-Cafe" am Sonnabend auf dem Bad-Liebenwerdaer Burgplatz.