„Manche Leute haben die Butter ja kistenweise aus dem Supermarkt geschleppt“ , erinnert sich die Expertin an die Tage nach der angekündigten Preiserhöhung für das Milchprodukt. „Klar kann Butter eingefroren werden, doch die Qualität ist nicht mehr dieselbe.“ Zudem steige der Strombedarf einer Kühltruhe, je voller sie ist. „Das Horten hat sich nicht gelohnt“ , ist sich Marwitz sicher.
Besser sei es, Butter genau wie alle anderen tierischen und pflanzlichen Fette nur sparsam zu verwenden. Das rentiere sich langfristig und sei gesünder. „Die Ostdeutschen essen zu viel Wurst und Fleisch“ , sagt die Ernährungsberaterin. Die Folgen seien Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes. 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst pro Kopf und Woche empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung in Bonn. Das sind drei Portionen Fleisch und drei Portionen Wurst. Lieber öfter, dafür weniger, lautet die gesunde Devise.
Zugreifen können Verbraucher hingegen bei ballaststoffreichen Produkten wie Kartoffeln, Reis, Nudeln, Brot. Gemessen an ihrer Sättigungswirkung und ihrem Nährwert sind diese Lebensmittel trotz Preiserhöhung immer noch ausgesprochen günstig. „Wer sich daran satt isst, kann schon viel Geld sparen“ , betont Marwitz.

Selberkochen ist gesund und günstig
Ein weiterer klassischer Tipp der Ernährungsberaterin ist das Selberkochen. „Fertiggerichte sind teuer und enthalten in der Regel Konservierungs- und Geschmacksstoffe“ , begründet Marwitz. Bei 102 von den insgesamt 316 europaweit zugelassenen Zusatzstoffen rät der Bundesverband der Verbraucherzentralen von einem häufigen Verzehr ab. Besonders gefährdet seien Kinder aufgrund ihres geringeren Körpergewichts.
Wer selbst kocht, für den sind umstrittene Zusatzstoffe, die als E-Nummern auf der Verpackung deklariert werden, kein Thema. Fehlt die Zeit zum Möhren schälen und Bohnen schnippeln, kann Diana Marwitz zufolge auch auf Tiefkühlware ausgewichen werden. Eine Studie der Universität in Kiel zeigt, dass es tiefgefrorenes Gemüse geschmacklich mit frischem aufnehmen kann. „Besonders preiswert sind hier Ein- oder 1,5-Liter-Großpackungen“ , sagt die Ernährungsberaterin.
Für die Fachfrau steht fest, dass sich die Deutschen glücklich schätzen können, „so lange so billige Lebensmittel gehabt zu haben“ . Nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes (DBV) geben Verbraucher derzeit nur rund zwölf Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel aus. In den 70er-Jahren waren es noch fast 30 Prozent. Während die Lebensmittel dem DBV zufolge seit 1995 jährlich um 0,8 Prozent teurer wurden, stiegen die übrigen Lebenshaltungskosten um 1,4 Prozent und damit fast um das Doppelte.

Chance für Bioprodukte
„Die Skandale um Ekelfleisch und dioxinverseuchtes Tierfutter zeigen, dass in der Branche etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist“ , sagt Diana Marwitz. Qualitativ hochwertige Produkte könnten nicht zum Dumpingpreis hergestellt werden. „Milch kann doch nicht billiger als Wasser sein“ , stellt sie empört fest.
Verbraucher sollten die Preiserhöhungen nutzen, um bewusster einzukaufen. „Die Spanne zu Bioprodukten ist beispielsweise geringer geworden“ , betont Marwitz. Zwar seien die Anforderungen des EU-Biosiegels, das mittlerweile auf zahlreichen Discounterprodukten prangt, längst nicht so streng wie die der ökologischen Anbauverbände. „Der Verbraucher kann aber zumindest sicher sein, gentechnikfreie Ware zu bekommen“ , so die Expertin.
Grundsätzlich empfiehlt sie, der Saison entsprechend einzukaufen. „Was natürlich wächst, ist eher schadstofffrei“ , begründet Marwitz. Aus diesem Grund sollten auch Produkte mit langem Transportweg gemieden werden. „Bio-Äpfel aus Neuseeland haben doch absolut nichts mehr mit dem Öko-Gedanken gemein“ , kritisiert die Ernährungsberaterin.
Gemüse der Saison gibt es meist auch preiswerter. „Ohnehin sollte wieder mehr auf Sonderangebote geachtet werden“ , rät Marwitz. Selbst Ware, deren Mindesthaltbarkeitsdatum demnächst abläuft, ist in der Regel nicht schlechter. „Natürlich sollten die Produkte vor dem Verzehr genau geprüft werden“ , betont sie. Doch das gelte auch bei allen anderen Lebensmitteln.