Wenn ein Familienmitglied stirbt, überwiegen Trauer und Betroffenheit. Über die Bestattungskosten zu verhandeln, erscheint nicht wenigen unangebracht. „Viele fragen nicht einmal nach dem Preis“, sagt Alexander Helbach von der Verbraucherinitiative Aeternitas. Dabei sei das kein Problem und auch nicht pietätlos. „Achtung vor dem Tod bedeutet nicht absolute Zurückhaltung beim Gespräch mit dem Bestatter.“

Nicht schweigend akzeptieren

Helbach rät Angehörigen, den angebotenen Preis nicht einfach zu akzeptieren, sondern ruhig nach einem besseren Angebot zu fragen. „Die Hinterbliebenen sollten in der Beratung nicht dasitzen und denken: Mein Gott, ich zahle das jetzt einfach.“

Auch über einzelne Kostenpunkte lasse sich verhandeln. Nicht jeder Verstorbene brauche zum Beispiel ein Totenhemd. „Ein guter Bestatter wird das akzeptieren.“ Auch ein günstigerer Sarg sollte kein Problem sein. „Absolut unseriös wäre dann die Frage: Ist er Ihnen das etwa nicht wert?“ Ein Kostenvoranschlag sei bei einem guten Bestatter Pflicht, erläutert Verbraucherschützer Helbach. Bei unklaren Punkten dürfen Kunden ruhig nachfragen – zum Beispiel wenn sie nicht wissen, für was genau die Verwaltungsgebühr berechnet wird. „Es hilft, sich ein wenig im Vorfeld zu informieren, was eine Bestattung kostet, um nicht vollkommen unwissend zum Beratungstermin zu kommen.“

Mehrere Angebote vergleichen

Auf dem Land gibt es zwar oft nur den Bestatter vor Ort – ansonsten schadet es Helbach zufolge aber nicht, sich bei Bekannten nach Alternativen umzuhören. „Hinterbliebene sollten nichts übereilen und, wenn möglich, Angebote und Preise vergleichen.“ Da viele Menschen nicht plötzlich und unerwartet sterben, bleibe dafür oft Zeit. „Ich kann einem Bestatter auch sagen: Danke, aber ich muss noch andere Angebote einholen“, rät Helbach. Im Zweifelsfall könnten Angehörige auch auf ein günstigeres Angebot hinweisen.