Nach allgemeinem Verständnis handelt es sich bei einem Jahreswagen um einen Neuwagen, der vom Erstbesitzer längstens ein Jahr gefahren wird. Dabei darf die Frist zwischen Herstellungsdatum und Erstzulassung nicht mehr als ein Jahr betragen.
In dem vom ADAC veröffentlichten Urteil sprach der Bundesgerichtshof (Az.: VIII ZR 180/05) auf dieser Grundlage einem Käufer einen Preisnachlass zu. Eine Autohändlerin hatte ihm ein Fahrzeug mit der Bezeichnung Jahreswagen verkauft, obwohl der Wagen bereits im Mai 1999 hergestellt und erst mehr als zwei Jahre später im August 2001 zugelassen worden war. Damit sei die dem Käufer zumutbare Standzeit von zwölf Monaten bei Weitem überschritten.
Nach Ansicht des ADAC entscheiden sich Käufer für einen Jahreswagen, weil diese Fahrzeuge deutlich preiswerter sind als Neuwagen, sich aber im Nutzwert kaum unterscheiden. Durch die lange Standzeit sei der Alterungsprozess jedoch bereits so weit fortgeschritten, dass nicht mehr von einem Jahreswagen die Rede sein könne. (pm/sh)