In der Küchenabteilung des Möbelzentrums Großräschen hat sich Karin Scheppan in der Schauküche eingerichtet. Auf dem Plan steht: Schaukochen eines Weihnachtsmenüs. Viele assoziieren mit einem solchen Menü noch klassisch Gans, Ente oder Wild. "Doch es muss an Weihnachten nicht immer klassisch sein", sagt Karina Scheppan. So kann jeder für sich und seine Gäste selbst entscheiden, was aufgetischt wird. Karina Scheppan möchte praktische Tipps mit auf den Weg geben. Los geht's!

Als Erstes bereitet die 53-jährige Schauköchin das Dessert zu. Ein Weihnachts-Mousse. Dabei werden Eier mit Eigelb und Puderzucker, Vanille und Weihnachtsgewürz zunächst cremig gerührt. Anschließend wird bittere Schokolade in Stücke zerteilt und in der Mikrowelle geschmolzen. Auch die zuvor im kalten Wasser eingeweichte Gelatine wird in der Mikrowelle aufgelöst und anschließend in die Masse gegeben. "Mikrowellen erleichtern die Arbeitszeit heutzutage enorm", bemerkt Karina Scheppan als Siemens Haushaltstrainerin. Dann muss die Masse 15 Minuten kühl stehen. Wenn die Creme zu steifen beginnt, hebt Karina Scheppan noch die steif geschlagene Sahne unter.

Während das Mousse dann noch weiter kühl steht, macht sich die Schauköchin an die Vorspeise ran: Schwarzwurzelcremesuppe mit Zimt. Eigenartige Mischung. Frische Schwarzwurzeln werden mit Kartoffeln so zerköchelt und püriert, dass sie mit der Zugabe von Salz, Pfeffer und Zimt am Ende eine cremige Suppe ergeben. Den Schaulustigen schmeckt es und sie entdecken auch das Highlight der Suppe. Ein knusprig gebratenes Pumpernickel-Stück. "Wirklich lecker. Ein wirklich tolles Rezept", bemerkt eine Besucherin. Karina Scheppan achtet beim Menü auch auf saisonale Zutaten.

Dann die Hauptspeise. Die Schauköchin hat sich für mit Parmaschinken umrollten Schweinelendenbraten mit einer Pesto-Parmesan-Füllung sowie für ein Fisch Saltimboka, beides jeweils mit Kräuterseitling-Risotto, entschieden. "Da ist für jeden Geschmack etwas dabei", so Scheppan. Während das Fleischgericht 45 Minuten im Backofen garen muss, braucht das Fischgericht lediglich 14 Minuten in einem Backofen. "Leute sollten zum Kochen möglichst gute technische Haushaltsgeräte einsetzen, das erleichtert die Arbeit enorm", empfiehlt sie. Doch die Vorbereitungszeit können auch die Maschinen nicht abnehmen. So schnippelt Karina Scheppan die Kräuterseitlinge zurecht, würzt das Fleisch oder rollt auch verschiedene Stücke des Kabeljau-Filets mit Parmaschinken ein. "Die Vorbereitungszeit dauert immer noch am längsten, dafür wird das Kochen mit den Geräten schneller, einfacher und unkomplizierter", erklärt sie. Der Herd hat voreingestellte Programme, sodass Scheppan nur noch das Gewicht und die Art des Gerichtes eingeben braucht, und der Herd bestimmt selbst, wie lange gegart und wann gewendet werden muss. Alles läuft hoch technisiert.

Besucherin Anne Graf (66) aus der Nähe von Niesky kocht gerne, gerade zu Weihnachten. Bisher hat sie meistens klassisch Ente gekocht. Ihre Schwiegertochter Verena Graf (38) aus Neupetershain kocht schon immer an Weihnachten etwas, auf was die Familie gerade Lust hat. "Die Eindrücke, die ich hier gewonnen habe, bestärken mich. Obwohl die Gerätschaften schon einmalig sind." Auch für Marliana Grawunder (58) aus Großräschen ist die neue Technik interessant. Sie kocht an Weihnachten klassisch Wild wie Reh oder Wildschwein.

Beim Kochen eines Weihnachtsmenüs rät Karina Scheppan, sich einen zeitlichen Fahrplan zurecht zulegen. "Den Perfektionismus sollte jeder in den Urlaub schicken. Hauptsache, derjenige hat Spaß am Kochen und kann das Zubereitete genießen."