Nancy Lanza, 52, die Mutter des Amokschützen von Newtown, war selbst eine passionierte Waffennärrin.

Immer wieder nahm sie auch ihren als still bekannten Sohn mit auf die Schießbahn. "Ihr gefiel die Unbeirrbarkeit des Schießens", wird ihr Gärtner in der Washington Post zitiert. Genau diese "Unbeirrbarkeit" kostete sie nun das Leben - ihr Sohn tötete sie mit ihihren eigenen Waffen und riss dann 25 weitere Menschen mit in den Tod.

Für Barack Obama gehört das Massaker von Newtown wohl zu den furchtbarsten Momenten seiner politischen Laufbahn. Mit den Tränen kämpfend, trat er kurz nach Bekanntwerden der Buttat vor die Presse. "Wir haben in den vergangenen Jahren zu viele dieser Tragödien ertragen müssen", sagte der Präsident ergriffen. "Jedes Mal, wenn ich solche Nachrichten erfahre, reagiere ich nicht als Präsident, sondern wie es jeder andere auch tun würde - als Elternteil."

Er suchte nach Worten, die Trauer einer ganzen Nation in Worte zu fassen. "Die Mehrzahl derer, die gestorben sind, waren Kinder - wunderschöne kleine Kinder zwischen fünf und zehn Jahre alt. Sie hatten ihr ganzes Leben noch vor sich - Geburtstage, Schulabschlüsse, Hochzeiten, ihre eigenen Kinder."

Dann ließ Obama eine klare Kampfansage folgen, die die Waffenlobby des Landes zum ersten Mal seit Jahrzehnten in die Defensive treiben wird. Barack Obama sagte: "Wir müssen zusammenkommen und sinnvolle Maßnahmen ergreifen, um weitere Tragödien wie diese zu vermeiden, jenseits von politischen Erwägungen." Das kann nur eines bedeuten: Der Präsident strebt eine Verschärfung der Waffengesetze in den USA an.

Bereits dreimal musste Obama als Präsident tröstende Worte für die Angehörigen finden, deren Kinder oder Ehepartner Opfer eines Amoklaufes wurden. Damals aber musste er um seine Wiederwahl bangen. Jetzt hat er nach Einschätzung seiner Berater zum ersten Mal eine reelle Chance, ein Umdenken in Amerika zu erzwingen und die Waffengesetze zu verschärfen.