Eine Krankenschwester aus Dortmund darf sich endlich Hoffnungen auf ihren Wunschberuf Polizistin machen. Ihre Silikonbrüste, die sich die 32-Jährige aus kosmetischen Gründen einsetzen ließ, sind nach Auffassung des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen kein Hinderungsgrund.

Vor fast drei Jahren hatte der Polizeiarzt die junge Frau abgelehnt. Laut Polizeiverordnung sind Brustimplantate bei Bewerberinnen nicht erlaubt, weil sie gesundheitliche Risiken bergen. Sie könnten beispielsweise während des Einsatzes reißen.

Die Richter halten es aber für angebracht, diese Vorschrift zu überdenken. Grund ist ein Gutachten der Uniklinik Bonn. Das sieht grundsätzlich keine besonders hohe Wahrscheinlichkeit, dass Silikonbrüste im rauen Polizeialltag bei der Klägerin zur völligen Dienstunfähigkeit führen könnten. Die beklagte Behörde, das Landesausbildungsamt NRW, will sich das Gutachten und die schriftliche Urteilsbegründung erst einmal näher ansehen und dann über eine Berufung entscheiden.

Das Gutachten hatte zumindest den medizinischen Vertreter des Landes nachdenklich gemacht. Da es für die Klägerin eine Risikowahrscheinlichkeit, dass die Implantate beschädigt werden könnten, von weniger als 20 Prozent annimmt, könnte aus Sicht der Gelsenkirchener Richter durchaus eine allgemeine Klärung für Polizisten und sogar Soldatinnen möglich sein.