Der Heilbronner Polizistinnenmord von 2007 zieht immer weitere Kreise: Eine dringend gesuchte 36-jährige Frau hat sich am Dienstag den Behörden in Jena gestellt. Sie soll mit zwei mutmaßlichen Bankräubern zusammengewesen sein, bei denen die Dienstwaffen der ermordeten 22-jährigen Polizistin und ihres Kollegen gefunden worden waren. Die Bankräuber hatten sich nach einem Überfall in Eisenach am Freitag selbst getötet.

Für die Ermittler wird der Fall immer rätselhafter: Sie prüfen auch, ob es bei alledem einen Zusammenhang zu einem anderen Polizistenmord Ende Oktober in Augsburg gibt. Die Polizei geht zudem bisher unbestätigte Berichten über Verbindungen in die Neonazi-Szene nach.

Die im Zusammenhang mit dem Polizistenmord von Heilbronn gesuchte Frau sei festgenommen worden, gab die Polizei in Thüringen bekannt. Sie werde nun nach Zwickau gebracht, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Meiningen.

Dem Radiosender Antenne Thüringen zufolge hatte sich die Frau mit ihrem Anwalt bei der Polizei in Jena gemeldet. Die 36-Jährige, die mehrere Decknamen habe, soll mit den zwei mutmaßlichen Bankräubern zusammengewohnt haben. Die Wohnung in Zwickau wurde kurz nach den Vorfällen in Eisenach durch eine Explosion zerstört. Die Frau, die dort als Susann gelebt haben soll, soll das Gebäude kurz vor der Detonation verlassen haben.

Die Behörden in Bayern untersuchen, ob es einen Zusammenhang zu dem Polizistenmord Ende Oktober in Augsburg gibt. Bislang seien zwischen beiden Polizistenmorden jedoch keine „Schnittstellen“ erkennbar, sagte ein Polizei-Sprecher in Augsburg. Man stehe mit den Kollegen in Thüringen in engem Kontakt.

Die DNA-Spuren der Bankräuber sollen mit den im Augsburger Siebentischwald gefundenen Spuren verglichen werden. Der 41 Jahre alte Augsburger Hauptkommissar war in der Nacht zum 28. Oktober nach einer Routinekontrolle von einem Unbekannten erschossen worden.

Spekuliert wird, die Täter könnten eine Verbindung in die Neonazi-Szene gehabt haben. Die beiden Bankräuber im Alter von 34 und 38 Jahren und die Frau sollen nach Darstellung der Thüringer Linke-Fraktion und laut Medienberichten bereits als Bombenbauer in Erscheinung getreten sein. Die in Heilbronn ermordete Polizistin stammte aus dem südthüringischen Oberweißbach.