In der kommenden Woche wird beraten, wie ihnen in den verbleibenden zwei Jahren gute Bedingungen gesichert werden.

Der Fußbodenbelag und viele Möbel stammen aus DDR-Zeiten. Der polizeiärztliche Dienst hat hier noch regelmäßig Sprechstunde, spezielle Bereiche der Kriminalpolizei der brandenburgische Direktion Süd haben hier ihre Büros. Eine Sammlung alter Schreibmaschinen steht im Flur – Überbleibsel des ersten großen Umzugs an den neuen Polizeistandort in Ströbitz. „Es sind noch rund 90 Mitarbeiter – verteilt auf die Etagen“, so Polizeisprecherin Ines Filohn. Aber unmenschlich sei das nicht.

„Es ist eben DDR-Flair“, sagt sie. Spitze Bemerkungen von Bürgern seien die Kollegen gewöhnt, bestätigt Kriminalhauptkommissar Lutz Kretzschmar, der sich hier um die Jugendkriminalität kümmert. Die Toiletten sind benutzbar und sauber, und die gelbe Wandfarbe in seinem Büro konnte er sich sogar mal aussuchen, erinnert sich Polizeikommissar Andreas Krüger an die letzte Renovierung. „Uns geht es nicht schlecht hier, ohnehin sind wir viel draußen, und rechnen täglich mit dem Umzugstermin“, sagt Maik Sitek. Und den Platz, den sie hier haben, hätten sie im neuen Haus nicht.

„Die Fenster sind undicht, die Wände marode, und für die 24-Stunden-Sicherung dieses Altbaus ist ein zusätzlicher Personalaufwand nötig, der zu Lücken im normalen Dienstbetrieb führt“, kritisiert Polizeigewerkschafter Lutz Thierfelder vom Landesverband Brandenburg und fordert eine zügige Umsetzung des zweiten Bauabschnitts in Ströbitz.

Daran werde gearbeitet, versichert Ines Filohn und gibt nur zu bedenken: „Der neue Polizeistandort in Cottbus wurde vor der Polizeireform auf den Weg gebracht.“ Die Cottbuser Wachen sollten hier zusammengezogen werden. Nun teilen sich die Direktion Süd – zusständig bis zum Großflughafen Schönefeld – und die Inspektion Cottbus/Spree-Neiße den 15 Millionen Euro teuren Neubau. Weitere sechs Millionen Euro kommen für den zweiten Bau, das hat Finanzstaatssekretärin Daniela Trochowski im Oktober zugesichert.

Ob der zweite Bau 2015 steht? Bemühungen laufen, es schneller zu schaffen, sagt Ines Filohn. Damit das Arbeiten am Bonnaskenplatz in den letzten Monaten erträglich bleibt, wird in der kommenden Woche zum Altbau beraten.

Denkbar ist, alle verbliebenen Kollegen in der ehemaligen Chefetage zusammenzuziehen. Eine Grundsanierung wäre Verschwendung. Aber undichte Fenster können abgedichtet und Anlagen repariert werden. Wie der Neubau an der Gagarinstraße gehört das Haus am Bonnaskenplatz dem Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen. Und ihm werden Mängel am Gebäude mitgeteilt.