Polizisten hatten sie am Fundort der Leiche am Möhnesee im Sauerland entdeckt, wie der Leiter der Mordkommission, Jürgen Heinz, am Mittwoch in Paderborn sagte. Ali K. wohnt im Nachbarhaus von Kardelens Familie, die ebenfalls aus der Türkei stammt. In diesem Gebäude war die Kleine am 12. Januar zuletzt gesehen worden, als sie an der Wohnungstür einer dort wohnenden Freundin klingelte. Der 29 Jahre alte Mann ist gemeinsam mit seiner 26 Jahre alten Ehefrau auf der Flucht. Der mutmaßliche Mörder hat sich einem Zeitungsbericht zufolge nach der Tat ins türkische Izmir abgesetzt. Ein Freund aus Herne hat den 29-jährigen Tatverdächtigen nach eigenen Angaben zwei Tage nach der Tat zum Flughafen Köln gefahren, dort sei er in ein Flugzeug nach Izmir gestiegen, berichtet die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung". Der in Wanne-Eickel wohnende Freund des Gesuchten erhielt dem Zeitungsbericht zufolge am Nachmittag des 13. Januar, dem Tag nach der Tat, einen Anruf von dem 29-Jährigen. Der Freund solle ihn abholen und zum Kölner Flughafen bringen, weil er wegen einer schweren Erkrankung seines Vaters sofort in die Türkei reisen müsse. Der arbeitslose Mann war 2001 nach Deutschland gekommen und vor einem halben Jahr von Herne im Ruhrgebiet nach Paderborn gezogen. "Er ist unauffällig und bisher nicht in Erscheinung getreten", sagte Staatsanwalt Ralf Vetter. Am vergangenen Montag durchsuchten die Fahnder die Wohnung des 29-Jährigen in Paderborn und fanden genetische Fingerabdrücke. Sie stimmten mit dem am Fundort der Leiche identifizierten Gen-Material überein. Unklar war am Mittwoch noch, ob das Kind in der Wohnung des Mannes getötet wurde. Das müsse die Auswertung der Spuren ergeben, hieß es. Außerdem werde eine mögliche Tatbeteiligung der Ehefrau nicht ausgeschlossen. Die Ermittler prüfen auch mögliche Zusammenhänge mit dem Verschwinden anderer Mädchen in Deutschland, etwa von Michelle S. aus Leipzig oder Jenisa M. aus Hannover. dpa/ig