Polizeisprecher Torsten Wendt erklärt: „Das ist schon ein beträchtliches Ausmaß – aber leider passieren solche Delikte mittlerweile schon fast einmal pro Woche.“

Der Spremberger Polizeichef Frank Baum bestätigt: „Regelmäßig fahren unsere Beamten in Tagebauanlagen, weil sich dort vor allem Buntmetalldiebe an fremdem Eigentum vergehen.“ Erst im Februar dieses Jahres hatten Unbekannte aus dem Tagebau Jänschwalde 800 Meter Kupferkabel mitgenommen. Den Schaden schätzten die Ermittler damals auf 7000 Euro.

Das Material stehlen die Täter nach Angaben der Polizei-Pressestelle meistens in einer Firma, um es im nächsten Unternehmen wieder zu verhökern – und auf diese Weise an Geld zu kommen. „Viele der Diebe handeln aus permanenter Geldnot heraus“, sagt Pressesprecher Torsten Wendt. „Erst in der vergangenen Woche haben wir in der Bärenbrücker Straße in Cottbus zwei Schrottdiebe gestellt, die über längere Zeit versuchten, sich mit solchen Straftaten über Wasser zu halten.“

Auch im Bereich des Cottbuser Ausbesserungswerkes der Bahn hatten Polizeibeamte im August zwei junge Männer ertappt, die im Begriff waren, einen Diebstahl zu begehen: Einer der beiden Täter trug demnach 25 Meter Kupferkabel sowie Werkzeug und Handschuhe bei sich.

Zwischen den Gleisen fanden die Ermittler weitere 20 Meter Kabel, die zum Transport bereitlagen.

So geht Polizeisprecher Torsten Wendt auch im aktuellen Fall aus dem Tagebau Welzow Süd nicht davon aus, dass es sich bei den Tätern um gewiefte Experten handelt.

Vielmehr schienen sich die Diebe nach seinen Worten das lange Wochenende ausgesucht zu haben, weil ihnen genügend Zeit zur Verfügung stand. „Oft stammen die Täter sogar aus der näheren Umgebung“, erläutert der Experte.