Fußball-Bundestrainer Joachim Löw steht mit seinem Bambi auf der Bühne: "Lassen Sie uns alle zu einer deutschen Inte grationsmannschaft werden", sagt er am Ende seiner Dankesrede. Er wünsche sich, dass das, was in der Nationalmannschaft gehe, auch in der Gesellschaft funktioniere. Für Löw sei Integration eine Selbstverständlichkeit, hob die Jury hervor. Schließlich hatten zehn Spieler, die mit der deutschen Mannschaft im Sommer zur Europameisterschaft fuhren, ausländische Wurzeln. So repräsentiert Löw ein multikulturelles, weltoffenes, modernes Deutschland.

Und so geht es bei dieser Bambi-Verleihung am Donnerstagabend längst nicht nur um Glamour und Preise. Es geht um Freundschaft, Liebe und vor allem um Weltoffenheit. Auffällig viele Preisträger und Laudatoren rufen bei der 68. Ausgabe des Burda-Preises auf der Bühne zu Nächstenliebe und Toleranz auf. Im Fernsehen sahen das 4,47 Millionen Zuschauer - mit einem Marktanteil von 16 Prozent lag die im Ersten übertragene Gala damit aber hinter den "Bergrettern" im ZDF.

Als bester Film wird die Satire "Er ist wieder da" ausgezeichnet. Er sei heute aktueller denn je, sagt Hauptdarsteller Oliver Masucci, der darin Adolf Hitler spielt: "Diese braune Soße, die sich da durch Europa ergießt, macht mir Sorgen." Auch Comedy-Preisträger Bülent Ceylan wird deutlich: "Wir dürfen uns von diesen Scheiß-Terroristen niemals das Lachen nehmen lassen."

Besonders bewegend war für viele Zuschauer der Auftritt zweier Frauen, die die meisten zuvor noch nicht kannten: Die Schwestern Yusra und Sarah Mardini. Sie haben auf ihrer Flucht vor dem Krieg in Syrien bei einem Bootsunglück 18 Menschen gerettet - und bekommen nun den Bambi als "stille Helden". Das Deutsch der Schwimmerin Yusra holpert noch ein bisschen. Die Botschaft kommt trotzdem an: Sie dankt Deutschland, dass es Flüchtlinge aufnimmt und hilft.

Doch natürlich gibt es sie auch - die unbeschwerten Show-Momente: So sitzt Udo Lindenberg ganz vorn auf der Stuhlkante, als Sting seine Laudatio auf den Panikrocker auf Deutsch hält. Schlagersängerin Helene Fischer hat Tränen in den Augen, als Freund Florian Silbereisen ihr auf der Bühne eine Liebeserklärung macht.

Im Saal seien viele schöne Frauen, sagt Silbereisen, der mit dem Bambi in der Kategorie Fernsehen ausgezeichnet wird. Aber man möge ihm verzeihen, wenn er sage: "Dass ich sehr glücklich und sehr stolz bin, dass die Allerschönste heute mit mir hier ist."