Fristen: "Im Regelfall muss man sich drei Monate vor Ende der Arbeitszeit bei der Arbeitsagentur melden", erklärt Martin Künkler von der Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen in Berlin. Sind es bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses weniger als drei Monate, gelten verschärfte Fristen, Betroffene müssen sich binnen drei Werktagen melden. Strafen: Wer die Fristen nicht einhält, wird mit Sperrzeiten bestraft. "Im Jahr 2009 gab es rund 342 000 solcher Fälle", sagt Martin Künkler. Meist werden Nachzügler für eine Woche vom Arbeitslosengeld I gesperrt. "Ein Verlust von durchschnittlich 175 Euro."Meldung: "Generell gilt, dass man sich persönlich bei seiner zuständigen Arbeitsagentur arbeitssuchend meldet", erklärt Huth. Zur Wahrung der Frist reiche es aus, sich telefonisch oder schriftlich zu melden. "Dazu reicht eine Anzeige unter Angabe der persönlichen Daten und des Beendigungszeitpunktes aus." Die persönliche Meldung müsse aber nachgeholt werden.Ansprüche: Anspruch auf Arbeitslosengeld I (ALG I) haben Entlassene, wenn sie die "Anwartschaftszeit" erfüllen. "Das ist der Fall, wenn man in den vergangenen zwei Jahren mindestens zwölf Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt war", sagt Huth. Dabei würden auch Kurzarbeit, Wehr- und Zivildienst oder der Bezug von Mutterschaftsgeld berücksichtigt. "Die Dauer des Anspruches auf ALG I hängt davon ab, wie lange man in den vergangenen fünf Jahren versicherungspflichtig war." Außerdem sei die Bezugsdauer vom Lebensalter abhängig. "Im Regelfall wird zwölf Monate ALG I gezahlt", so Huth. Über 50-Jährige könnten bis zu 24 Monate ALG I erhalten. Gezahlt werden 60 Prozent vom letzten Nettogehalt. Wer Kinder hat, bekommt 67 Prozent. Um das ALG I ausgezahlt zu bekommen, müssen sich Betroffene erneut bei der Arbeitsagentur melden.Tücken beim Antrag: "Beim Antrag auf ALG I ist die Arbeitgeberbescheinigung entscheidend", sagt Künkler. In dieses Formular trägt der Arbeitgeber den Verdienst ein. "Die Angaben müssen vollständig sein, denn bei der Berechnung des ALG I spielen auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld eine Rolle." Auch der Grund für die Entlassung, den der Arbeitgeber einträgt, ist wichtig. "Wenn herauszulesen ist, dass der Arbeitnehmer die Kündigung selbst verursacht hat, droht eine weitere Sperrzeit."