Im Jahr 2010 hat die Stromerzeugung mit Sonnenenergie in Deutschland einen Boom erlebt. Die Gesamtleistung der neu installierten Fotovoltaik anlagen war so hoch wie nie zuvor, vermeldete die Bundesnetzagentur. Auf Cottbuser Dächern hat sich in den vergangenen Monaten ebenfalls einiges getan. Vor allem die Wohnungsgesellschaft GWC hat aufgerüstet. Auf rund 100 der insgesamt 700 GWC-Häusern befinden sich nach Angaben von GWC-Geschäftsführer Torsten Kunze Fotovoltaikanlagen. Sie verfügen über eine Leistung von 3,6 Megawatt Peak (MWp). Damit könnten etwa 1000 Haushalte mit Solarstrom versorgt werden – bei optimalen Bedingungen, sprich wenn die Sonne 24 Stunden am Tag scheinen würde.

Beim Wohnungsunternehmen sind damit die Anstrengungen auf diesem Gebiet praktisch abgeschlossen. „Denn es gibt eine Menge Häuser, die nicht geeignet sind“, sagt Kunze. So fallen die meisten Objekte schon wegen ihrer ungünstigen Lage durch das Raster. Außerdem müssten die Häuser noch mindestens 15 bis 20 Jahre stehen – erst auf diese Zeiträume hin werden die hohen Anfangsinvestitionen durch die Erträge wieder eingespielt.

Während die GWC die Dachflächen an Firmen vermietet, wählt die eG Wohnen einen anderen Ansatz. „Wir investieren selber in die Technologie“, sagt Vorstand Arved Hartlich. Neun Häuser sind dafür bereits ausgewählt worden – vier in Cottbus und fünf in Burg. Rund zehn Jahre bräuchten die Anlagen, um sich zu amortisieren. „Danach kann man damit noch gut Geld verdienen“, sagt Hartlich.

Auf rund 30 städtischen Gebäuden gibt es ebenfalls Fotovoltaik anlagen. Die Verwaltung hat sich für das Vermietungsmodell entschieden. So wurden die infrage kommenden Flächen auf Schulen, Kitas oder anderen öffentlichen Gebäuden zum Höchstgebot ausgeschrieben. „Wir haben derzeit vier Vertragspartner“, sagt Thomas Baron, Mitarbeiter im Immobilienfachbereich. Diese zahlen insgesamt jährlich rund 19 000 Euro in die Stadtkasse ein – für einen Zeitraum von 20 Jahren. Auch Firmen beschäftigen sich zunehmend mit der Kraft der Sonne. So hat das Cottbuser Unternehmen Reha Vita vor wenigen Wochen rund 50 000 Euro in eine neue Fotovoltaikanlage installiert. Die Solarmodule, die sich auf zwei Flachdächern der Klinik für Gesundheit und Sport befinden, erzeugen laut Reha Vita pro Jahr etwa 14 000 Kilowattstunden Strom aus Sonnenenergie. Zum Vergleich: Wer in Deutschland allein lebt, verbraucht durchschnittlich 2000 Kilowattstunden Strom im Jahr, hat der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft ermittelt.