Hubertus Brückner erläuterte die vier einheitlichen Aufgaben aller 25 in Brandenburg bestehenden Gewässerunterhaltungsverbände (GUV) wie die Unterhaltung Gewässer zweiter Ordnung, den Ausgleich einer nachteiligen Wasserführung , die Unterhaltung und den Betrieb von Stauanlagen unter bestimmten Bedingungen und mit Einschränkungen die Unterhaltung von Schöpfwerken. Weitere Pflichtaufgaben seien die Unterhaltung Gewässer erster Ordnung sowie die Sanierung und der Betrieb wasserwirtschaftlicher Anlagen des Landes. Diese Aufgaben, so Brückner, würden nicht aus den Gebühren der Verbandsmitglieder finanziert, sondern vom Land Brandenburg. Weiterhin habe das Land den Verbänden das Investitionsgeschäft übertragen wie Rückbau, Neubau oder Sanierung wasserwirtschaftlicher Anlagen. "Nur etwa 20 Prozent unserer Aufgaben werden über die Gebühren finanziert, der Rest sind andere Verbandsaufgaben" so Brückner. Eine große Herausforderung sieht er für den GUV "Kleine Elster-Pulsnitz" künftig in den bergbaulichen Sanierungserfordernissen. Im Elbe-Elster-Kreis betreffe dies den Raum Plessa. "Für den Bergbau besteht ein immenser Sanierungsbedarf. Die GUV sollen demnächst an der Planung beteiligt werden", so Hubertus Brückner.

Die beiden Geschäftsführer hatten sich bei der Themenwahl ihrer Ausführungen abgestimmt, und so gab Siegfried Scheibe Informationen zu Restriktionen der Gewässerunterhaltung. Diese, so erläuterte er den Ausschussmitgliedern, bestünden in gesetzlichen, landwirtschaftlichen, natürlichen, baulichen und ökonomischen Einschränkungen. Er ging unter anderem auf die Landwirtschaft ein, und führte eine Beackerung der Felder zum Teil bis zur Gewässerböschung an. Auch würden Nährstoffe und Dünger das Wachstum in den Gräben verschärfen. Scheibe räumte aber ein, dass sich das Verständnis der Landwirtschaft für die Gewässerunterhaltung verbessert habe.

Das Problem Landwirtschaft griff Dieter Heide (LUN) in der Diskussion auf. Die Landwirtschaft, so sagte er, habe eigentlich einen guten Draht zu den Verbänden. Das bestätigte auch Roswitha Kopsch von der unteren Wasserbehörde des Kreises. Es herrsche ein partnerschaftliches Verhältnis. Bei Problemen würden diese abgestellt. Da gebe es kein böses Blut.

Dem Vorschlag von Hansgeorg Löwe (LUN) beim Gesetzgeber auf einen längeren Zeitraum für die Gewässerunterhaltung zu drängen, entgegnete Hubertus Brückner, dass bei einem Vorziehen der Unterhaltung einige Maßnahmen zweimal im Jahr durchgeführt werden müssten. Das würde sich auf die Gebühren auswirken. Der Geschäftsführer betonte und relativierte die Extremsituation 2010/11. "In den Vorjahren waren wir manchmal froh, dass das Kraut das Wasser angestaut hat. Es muss ein vernünftiges Maß mit einer einmaligen Krautung gefunden werden", sagt er. Siegfried Scheibe unterstrich aber, dass im Ergebnis der Hochwasserereignisse die Gewässerunterhaltungsplanung eine andere Bedeutung bekommen müsse als bisher. Die Krautung dürfe nicht mehr operativ, sondern müsse planmäßiger erfolgen. "Vorrang haben bis Ende September die Hauptvorfluter. Dann kommen die Nebeneinflussgebiete dran", sagte er. Als weitere Konsequenz forderte Scheibe, dass das Land die Unterhaltung von Gewässern zweiter Ordnung mehr unterstützen müsse.

Harald Lax (SPD) sprach das Problem der hohen Grundwasserstände und deren Schwankungen an. Er richtete die Frage an die Geschäftsführer, ob die Bürger beim Land Schadensersatzansprüche stellen könnten, wenn zum Beispiel die Schwarze Elster nicht ordentlich unterhalten wird. Das verneinte Hubertus Brückner. Die Verbände seien dazu da, den Zustand so zu erhalten, damit das Gewässer abfließt. "Wir haben keine Verpflichtung, die Wasserstände zu sichern", sagte er und verdeutlichte den Abgeordneten, dass die Elbe-Elster-Region immer noch unter den extremen Niederschlagsereignissen leide.

Brückner richtete auch eine Bitte an die Anwesenden. "Das Wasserhaltevermögen und der Zustand der Böden werden verkannt. Früher wurde der Boden großflächig tiefengelockert. Wann ist das das letzte Mal passiert? Die Gräben sind nicht voll und trotzdem stehen die Flächen unter Wasser", sagte er und bat die Landwirtschaftsbetriebe, das Problem im Auge zu haben.