Hoyerswerda/Senftenberg. Gebietsscharf und länderübergreifend wird der Tourismusverband Lausitzer Seenland arbeiten. Die Landkreise und Gemeinden, Zweckverbände und touristischen Anbieter wollen ihn im ersten Quartal des nächsten Jahres aus der Taufe heben. Die entstehende Reiseregion will in die Liga der Großen. Das heißt: Das Urlaubsgebiet muss sich konkret und ausschließlich als Lausitzer Seenland am Markt positionieren. Das hat Andreas Heinrich, der Wirtschaftsförderer des Landkreises Bautzen, während der Regionalkonferenz Lausitzer Seenland in der Energiefabrik Knappenrode erklärt. „Ein Tourismusverband für ein Seenland“, nennt Heinrich Motto und Anspruch für die gemeinsame Reiseregion über Ländergrenzen hinweg.

Die Touristische Gebietsgemeinschaft (TGG) in Hoyerswerda auf sächsischer Seite und der Tourismusverband Lausitzer Seen in Senftenberg sollen aufgelöst werden. Die Touristinformationen in Senftenberg, Großrä schen und Hoyerswerda werden künftig unter dem Dach des neuen Tourismusverbandes Lausitzer Seenland geführt. Voraussetzung ist, dass die Mitglieder der Vereine dies absegnen und die Seenland-Macher Mitglied im neuen Tourismusverband werden. Die Gremien der bestehenden Vereine, der kommunalen Parlamente und der beiden Seenland-Zweckverbände müssen die Entscheidung jetzt auf den Weg bringen. Im zweiten Quartal des nächsten Jahres soll der neue Verband seine Arbeit aufnehmen.

Das Lausitzer Seenland legt bei den Übernachtungszahlen zu. Die Zahl der Herbergen und Betten, die die Urlaubsregion braucht, steigt kontinuierlich. „Ich wünschte nur, die Bebauungspläne würden schneller reif, damit Investoren Planungssicherheit bekommen“, sagt Marcus Heberle, der Geschäftsführer der Touristischen Gebietsgemeinschaft „Lausitzer Seenland“. Erstmals sind speziell für die Reiseregion, die als solche noch nicht anerkannt ist, belastbare Daten und Trends vorgelegt worden. Diese stimmen optimistisch.

Zum Thema:

Zahlen & Fakten Die Zahl der gewerblichen Beherbergungsbetriebe im Lausitzer Seenland mit einer Kapazität von mehr als neun Betten ist von 59 im Jahr 2008 auf nunmehr 73 (2010) gestiegen. Damit stehen 3284 Betten bereit (2008: 3097). 15 000 Betten werden gebraucht. Die Anzahl der Übernachtungen ist von 256 757 im Jahr 2008 auf 351 368 im Jahr 2010 gestiegen. Bis August dieses Jahres sind bereits 285 045 gezählt worden. Die Aufenthaltsdauer der Gäste ist von durchschnittlich 2,6 Tagen (2008) auf 2,9 Tage (2010) gestiegen. Bis August des laufenden Jahres stehen 2,7 Tage zu Buche. Der ausgesprochen starke Monat September ist noch unberücksichtigt.