Von der Graun-Komposition bis zur fröhlichen Klezmer-Musik reichte die Einführung durch Jana Reichelt, Lisa Warsönke und Marie Kirschke als Klarinettentrio der Kreismusikschule. Mit ebenso vielfältigen Facetten überrascht die Amateurkunstausstellung den Besucher. Kulturamtsleiter Andreas Pöschl und der Altenauer Künstler Paul Böckelmann als Juryvorsitzender dankten allen Teilnehmern für ihr Engagement und ihren Mut, sich mit ganz persönlichen Sichtweisen in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Das ungebrochene Interesse der Amateurkünstler seit der ersten Ausstellung 1998 zeige, dass es der richtige Weg sei, neben der Berufskunst auch die künstlerischen Leistungen von Menschen publik zu machen, die einem Hobby nachgehen, unterstrich Pöschl. Böckelmann hob hervor, dass der Elbe-Elster-Kreis damit ein leuchtendes Beispiel für ganz Brandenburg sei. Die Jury, so räumte er ein, hatte eine schwierige Aufgabe bei der Auswahl aus 200 eingereichten Arbeiten. Gemeinsam mit Antje Bräuer, Andreas Pöschl und Olaf Weber habe er versucht, thematische Schwerpunkte zu setzen. Eine Anerkennung der besonderen Art ging an Gertraude Schlappa aus Bad Liebenwerda. Von der ersten Ausstellung an dabei, hat sie es sich auch im Jahr ihres 90. Geburtstages nicht nehmen lassen, mit sehenswerten Arbeiten vertreten zu sein. Museumsleiter Dr. Rainer Ernst freut sich darüber, dass das Museum durch die Ausstellung von vielen Bürgern des Kreises zu „ihrem Museum“ wird.



Beim Rundgang durch die beiden Speicher-Etagen fällt es schwer, einzelne Arbeiten und Amateurkünstler hervorzuheben. Deshalb will eine kleine, subjektive Auswahl Lust machen auf den Besuch einer sehenswerten Ausstellung. Während Plastiken, Fotografie und Objektkunst nur schmal vertreten sind, dominiert die Malerei vom Öl- über das Acrylbild bis zum Aquarell. Der Finsterwalder „Stadtpark“ im expressiven Malgestus von Gabriele Grahl fällt ins Auge wie Beate Schülers „Sonniger Winterspaziergang“, der neben dem leuchtenden Weiß mit dem perspektivischen Blick ins Weite beeindruckt. Annelies Radlachs (alle drei aus Finsterwalde) „Herbstzauber“ zog ebenso Blicke auf sich wie die zarten Blütenblätter von Thomas Weinert aus Hirschfeld und die Porträts von Margit Euler und Sabine Richter (zum Beispiel Michael Hirte) aus Gorden.

Die kompositorischen Gestaltungen der „Stadtansichten“ in verschiedenen Techniken von Urte und Doris Schmidt aus Finsterwalde bestechen in ihrer künstlerischen Qualität, die zarten Blumenaquarelle von Brigitte Poller und Gisela Mildner gefallen ebenso wie die atmosphärisch gelungene „Abendstimmung bei Dübrichen“ der Doberlug-Kirchhainerin Barbara Wienert. Während Fotograf Jörg Schulz den Blick für durch die Natur geformte Kunst nachweist, werfen Wolfgang Rätschs Fotos „Bäume“ den direkten Blick auf erfahrbare Natur. Viel Interesse zog der aus Ton gebrannte „Gute Turm“ von Bettina Schneider aus Prestewitz auf sich, und Doreen Krüger überrascht mit einer phantasiereichen Stoffapplikation.

Leider, so fanden Besucher der Ausstellungseröffnung, können nur einzelne Arbeiten der Amateurkünstler gezeigt werden. Vielleicht sollten Städte, Gemeinden und Ämter die Idee aufgreifen, „ihren Künstlern“ mit eigenen oder Gruppenausstellungen größeren Raum für die Präsentation ihrer Arbeiten zu geben.