Den Anspruch auf den Pflichtteil können Erblasser ihren Kindern nur unter sehr strengen Voraussetzungen entziehen. Ein Entzug des Pflichtteils ist möglich, wenn der Nachkomme dem Erblasser, dessen Ehegatten, einem anderen Abkömmling oder einer ähnlich nahestehenden Person nach dem Leben trachtete. Gleiches gilt, wenn er sich eines Verbrechens oder eines schweren vorsätzlichen Vergehens gegen eine dieser Personen schuldig gemacht hat. Auch wenn der Pflichtteilsberechtigte seine gesetzliche Unterhaltspflicht gegenüber dem Erblasser böswillig verletzt hat, muss er unter Umständen auf das Erbe verzichten.

Eine Beteiligung am Nachlass kann ebenfalls ausfallen, wenn der Nachkomme wegen einer vorsätzlichen Straftat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr ohne Bewährung verurteilt wurde. Einer solchen Verurteilung gleich kommt es, wenn wegen einer schweren vorsätzlichen Tat die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus oder einer Entzugsklinik angeordnet wurde.