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| 01:27 Uhr

Petrijünger plädieren für mehr Rückzugsmöglichkeiten für Fische

Klein Oßnig. Positiv ist die Bilanz ausgefallen, die der Kreisanglerverband Cottbus-Land am vergangenen Wochenende bei der Jahreshauptversammlung in Klein Oßnig gezogen hat. Der Verband ist entgegen dem landesweiten Trend im Jahr 2010 um elf Mitglieder gewachsen.

In den 29 Mitgliedsvereinen sind 1238 Petrijünger aktiv. Darunter sind 140 Kinder und Jugendliche.

“Es stimmt uns optimistisch, dass wir besonders im Nachwuchsbereich zulegen konnten. Das sichert die Zukunft des Angelsports in unserem Territorium„, betonte der Verbandsvorsitzende Edelbert Jakubik. Dass der Verband bei der Jugend punkten konnte, ist nicht zuletzt der Verdienst von Frank Straszewski aus Cottbus. Er wurde als Jugendwart mit der Ehrenmedaille des Landesanglerverbandes ausgezeichnet. “Es ist ganz wichtig, dass wir den jungen Leuten die Werte unserer schönen Spreewaldnatur nahe bringen. Ich nehme meine Enkelkinder öfter zum Angeln mit„, sagte Wilfried Hensel aus Burg. Zu den positiven Entwicklungen des vergangenen Jahres zählt der Kreisverband auch die Möglichkeit, dass seine Mitglieder nun weite Teile der Angelgewässer im Spreewald nutzen können.

Neben der Gewässerpflege, der sich die Angler widmen, haben die Kreisverbandsmitglieder im letzten Jahr mehr als 6500 Kilo Fisch in die von ihnen betreuten Gewässer in Cottbus-Land eingesetzt. Die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung waren sich allerdings darüber einig, dass der Fischbesatz allein nicht für höhere Fischmengen sorgen werde. Angeregt durch einen Vortrag von Norbert Herrn vom Landesumweltverband über “Zusammenhänge zwischen Gewässerstrukturen, Abfluss und Besiedlung von Fließgewässern„ wurde festgestellt, dass es für die Fische zu wenig Rückzugs- und Schutzgebiete gibt. “Unsere Fische haben zum Beispiel kaum eine Chance, sich vor den vielen Kormoranen zu schützen, weil sie sich vor dem Fischfresser nirgendwo verkriechen können„, sagte Reinhard Witt aus Kolkwitz. Er forderte außerdem ein Nachdenken über die jetzt geltende Schonzeit für Hechte. Henrik Schuhr von der unteren Fischereibehörde des Landkreises Spree-Neiße schlug zur Verbesserung der Gewässerstruktur im Stausee ein Projekt vor: “Zwar ist die Talsperre Spremberg in erster Linie ein technisches Bauwerk. Aber der Stausee ist auch ein Angelgewässer und so könnte man in Zusammenarbeit mit Vattelfall aus dem Tagebau geborgene Wurzeln ins Wasser einbringen.„

Ralf Stephan vom Landesanglerverband betonte, wie wichtig es sei, dass Vertreter der einzelnen Angelvereine an den jährlichen Gewässerschauen teilnehmen, um hier die Überlegungen der Angler einzubringen. “Angeln ist ein wunderbarer Sport. Man ist an der frischen Luft, die Stille tut gut und außerdem macht das Hobby in der Gemeinschaft der Angler besonders Spaß„, waren sich am Ende der Versammlung Ronny Kretschmer aus Willmersdorf und Jörn Fischer aus Schorbus einig.

Marion Hirche