Die Autobahn-Wache Berstetal „verdient ihren Namen nicht“, sie ist nur ein Stützpunkt: Die Wache in Calau wird bald nur noch ein Revier sein – Jürgen Maresch, Landtagsabgeordneter der Linken aus Cottbus, wirft einen kritischen Blick auf die zu erahnenden Folgen der Polizeireform im weiteren Spreewald.

Maresch, Erster Polizeihauptkommissar außer Dienst und einstiger Bundespolizist, ist erklärter Gegner des umfangreichen Stellenabbaus innerhalb der vom Landtag beschlossenen Reform.

In Calau hat er sich dieser Tage umgetan und warnt jetzt erneut: „Mit der Reform ab 1. November wird der Zuständigkeitsbereich des künftigen Reviers erweitert. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Beamten.“ Das könne nicht funktionieren, sagt Maresch. Er rechnet vor: Derzeit ist die Autobahnpolizei, die in Calau ihre Zentrale hat, für den Abschnitt der A 13 bis zur Landesgrenze nach Sachsen zuständig. Nach Norden hin ist Mittenwalde die Grenze, eine Strecke von gut 185 Kilometern. Hinzu kommt in Richtung Osten die A 15, die ab Spreewalddreieck bis zur Landesgrenze nach Polen zum Aufgabenbereich. Dafür stehen laut Maresch drei Streifenwagen mit je zwei Mann Besatzung rund um die Uhr zur Verfügung. Schwerpunkte der Arbeit sind Verkehrsunfälle. Außerdem müssen die Beamten wegen diverser Straftaten an den Autobahnen und wegen Ordnungswidrigkeiten ausrücken. Künftig jedoch werden die Beamten bis zum Schönefelder Kreuz und darüber hinaus auf der A 10 in Richtung Potsdam bis Raststätte Fichtenplan (kurz vor Rangsdorf) sowie in Richtung Frankfurt/Oder bis zum Dreieck Spreeau unterwegs sein. Gleichzeitig sinke die Zahl der Beamten von 75 auf 62. Zwar würden, so Maresch, zusätzliche Streifen aus anderen Wachen oder Revieren hinzugezogen. „Doch diese fehlen dann dort.“ Immerhin erhielten die Beamten der Autobahnpolizei zum Jahresende vier interaktiv ausgerüstete Streifenwagen. Diese Erleichterung könne jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass „nur beim Personal gespart wird, das in den Führungsstäben sitzt“, sagt der Landtagsabgeordnete. Maresch sieht zudem bei der Kriminalpolizei „einen Exodus“.

Im Potsdamer Innenministerium sieht man die Kritik des Abgeordneten zurückhaltend. Die Personalstärke in den Revieren sei Sache der Polizeidirektionen, im Falle Calau der Direktion Süd in Cottbus. Insgesamt sollte „man der Reform zunächst mal eine Chance geben“, erklärt Ministeriumssprecher Ingo Decker. 2014 werde sie überprüft. Die übers Land verteilten Wachen seien nicht mehr zeitgemäß. „Das ist nicht die Antwort auf die unterschiedlichen Lagen in den Regionen“, sagt der Sprecher. Die Reform gestatte einen flexibleren Einsatz der Beamten; gesteuert würde der über die Direktionen.

In Brandenburg gibt es etwa 8800 Polizisten. Gut 1900 Stellen sollen abgebaut werden.