Dutzende Maler, Bauleiter, Polsterer, Kraftfahrer, Physiotherapeutinnen, Industriemechaniker, Erzieherinnen, Krankenschwestern und Verkäuferinnen im Spreewald sind auf der Suche nach Arbeit. Manchen von ihnen scheint sie aussichtslos. Andere stehen kurz vor der Arbeitslosigkeit und sind voller Hoffnung, dass sie dann bald wieder Anschluss an das Berufsleben finden.

Christian Linke aus Terpt weiß heute, wie schnell das gehen kann. Vier Wochen war er ohne Arbeit und hat sich dann in den Bewerbernewsletter des gemeinsamen Arbeitgeber-Service Spreewald der Agentur für Arbeit und des Jobcenters eintragen lassen.

Was dann kam, ist kaum zu glauben: Der Lübbenauer Mittelständler Emis als einer von 65 Arbeitgebern im Spreewald, die den Newsletter empfangen, war auf der Suche nach einem Elektriker. Alles fügte sich perfekt. Denn noch am selben Tag vermittelte die Arbeitsagentur. „Das hat zum ersten Mal sofort geklappt“, sagt Annika Rauhut, Personalmanagerin bei Emis. Christian Linke wurde eingestellt und baut heute mit an zwei Blöcken eines Kraftwerksneubaus in Niedersachsen. „Montag geht es los, Freitagvormittag wieder nach Hause“, erzählt der 28-Jährige. Dafür arbeite er jeden Tag von 7 bis 18 Uhr. Zufrieden sei er mit seinem jetzigen Leben. Am Wochenende habe er genügend Zeit für seine Interessen, könne auf den Fußballplatz oder mal weggehen, wie er sagt. „Ich kann nur raten, sich auch eintragen zu lassen, schaden kann das nie“, so sein Tipp.

Den Newsletter bekommen die Arbeitgeber in der Region regelmäßig per E-Mail zugeschickt. „Die Angaben sind anonym“, versichert Andreas Schäfer, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit in Lübbenau. Enthalten seien lediglich der Beruf, die Verfügbarkeit des Jobsuchenden, sein gewünschtes Arbeitsgebiet, Mobilität sowie besondere Fähigkeiten und Kenntnisse. „Erst, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammenfinden, wird es konkret“, ergänzt Kornelia Würfel vom Arbeitgeber-Service. Das werde seit etwa einem Jahr praktiziert und lohne sich durchaus. Jeder, der einen Job bekommt, zähle. Mittlerweile sei die Arbeitslosenquote spreewaldweit gesunken – im Lübbenauer Geschäftsstellenbereich liege sie derzeit bei 12,2 Prozent, in Lübben bei 8,1 und in Luckau bei 6,2 Prozent. Die Region um Luckau profitiere vor allem vom Berliner Randbereich. Zudem sei das Gebiet nicht wie andere so stark von Saisonarbeit betroffen.

Andreas Schäfer wünscht sich, dass noch mehr Jobsuchende die Möglichkeit nutzen, um baldmöglichst wieder Arbeit zu finden. „Das nutzt auch denen, die zum Beispiel in Bayern arbeiten und wieder zurück in die Heimat möchten“, so der Geschäftsstellenleiter. Mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer, die sich eintragen lassen, seien noch nicht arbeitslos, wüssten jedoch, dass sie beispielsweise zu Beginn des nächsten Jahres einen Job suchen werden.

Auch wenn kleinere Firmen im Spreewald den Bedarf nicht sehen, den Newsletter für sich zu nutzen, so sei er doch interessant auch für sie. „Der Arbeitgeber erhält einmal im Monat einen detaillierten Überblick über das Angebot an Fachkräften in der Region und kann vorausschauend planen“, beschreibt Andreas Schäfer den Vorteil des Bewerbernewsletters.