Ein Pilot, von der Toilette zurückkommend, hämmert verzweifelt von außen gegen die Cockpit-Tür, während sein Kollege den Jet abstürzen lässt - so hat es sich auch im November 2013 an Bord einer Embraer 190 der Linhas Aereas de Mocambique über Namibia abgespielt. Auf dem später aus dem Wrack geborgenen Stimmenrekorder war das verzweifelte Klopfen des ausgesperrten Copiloten zu hören.

Die Ermittler sind sicher: Es war Suizid. Der lebensmüde Kapitän habe die Maschine bei eingeschaltetem Autopiloten in den Sinkflug übergehen lassen, bis der zweistrahlige Jet auf dem Boden aufschlug und explodierte. Damals starben 33 Menschen.

Der Pilot hat Selbstmord begangen. Das ist auch die jüngste Expertenmeinung im Fall der am 8. März 2014 spurlos verschwundenen Boeing 777-200 ER der Malaysia Airlines mit 227 Passagieren und zwölf Besatzungsmitgliedern an Bord. Es ist jedoch nur eine Spekulation. Sie stützt sich darauf, dass 40 Minuten nach dem Start in Kuala Lumpur in Richtung Peking plötzlich jeder Kontakt abbrach - und zwar durch die gezielte Abschaltung der Kommunikationssysteme, was Laien wie den Flugpassagieren unmöglich ist. Dies erfolgte außerdem genau zu dem Zeitpunkt, als die Flugüberwachung von malaysischen Lotsen zu den vietnamesischen Kollegen wechselte, so dass weder der abgeschaltete Transponder (die im Sekundentakt ausgestrahlte elektronische Jet-Kennung, mit die Fluglotsen die Route die Flugzeuge verfolgen) noch der abgebrochene digitale Datenfunk zunächst auffielen. Auch dieser Umstand spricht für einen Experten. Doch ohne Stimmenrekorder und Blackbox wird dieser Fall wohl niemals geklärt werden können.

Unterschiedliche Interpretationen gibt es beim Absturz von Egypt Air 990: Bei dieser Katastrophe waren am 31. Oktober 1999 vor der Ostküste der USA alle 217 Insassen der ägyptischen Boeing 767 ums Leben gekommen. 20 Minuten nach dem Start kam der erste Offizier der Ersatzcrew ins Cockpit und bestand darauf, den ersten Teil des Fluges zu übernehmen. Er stand kurz vor der Pensionierung, darum machte der erste Co-Pilot ihm bereitwillig Platz. Als der Kapitän auf die Toilette ging, war der erste Offizier allein im Cockpit. Er schaltete Autopilot und Triebwerke aus, worauf die Boeing in steilem Sturzflug zur Erde raste. Zwar gelang es dem Kapitän noch, die Sicherheitstür zu öffnen und zurück ins Cockpit zu kommen. Doch der Jet gewann nur kurz wieder an Höhe, dann stürzte er in den Atlantik.

Umstritten ist, ob es Suizid war oder ein terroristischer Akt. Der erste Offizier rief kurz vor dem Sturzflug übersetzt: "Ich habe mich Allah anvertraut." Aus dieser Aufzeichnung des Cockpit-Stimmenrekorders schlossen Beobachter, es könnte sich um ein gezieltes Selbstmordattentat gehandelt haben. Die Fluggesellschaft geht indes vom Ausruf eines tief religiösen Menschen ohne Terrorhintergrund aus.