Die Siedlung rund um die Juri-Gagarin-Straße und Richard-Wagner-Straße gehörte früher zu den begehrten Wohnlagen der Stadt. Heute dagegen stehen immer mehr Stockwerke in der früheren Arbeiterwohnsiedlung AWS komplett leer.

"Gerade für die Wohnungen in den vierten und fünften Etagen kriegen wir kaum noch Mieter", sagt Kämmerin Kerstin Lichtblau, die den Stadtverordneten jetzt den Bericht der Wohnungsbau- und -Verwaltungsgesellschaft Vorspreewald WBVG vorstellte. 1308 Wohnungen befinden sich im Besitz der WBVG. Der Großteil befindet sich in Peitz, die Gesellschaft verfügt aber auch über Wohnungen in Cottbus, Kolkwitz, Burg und Schmogrow-Fehrow.

Vermieter hoch verschuldet

"Während in Burg allerdings die Nachfrage nach Wohnraum sehr groß ist, wächst in Peitz der Leerstand", so Kerstin Lichtblau. Allein im vergangenen Jahr stieg der Bestand ungenutzter Wohnungen von 15,8 auf 16,5 Prozent an. Da die Gesellschafterversammlung der hoch verschuldeten WBVG beschlossen hat, keine neuen Kredite aufzunehmen, sei für umfangreiche Sanierungsmaßnahmen oder den Einbau von Fahrstühlen kein Geld vorhanden.

Kämmerin Kerstin Lichtblau: "Wir haben ohnehin vermehrt das Problem, dass jetzt Mieter versterben oder ins Heim ziehen, die 20 Jahre oder länger in der AWS gelebt haben. Diese Wohnungen müssen wir gründlich instand setzen, bevor wir neu vermieten können." Dadurch sei der Jahresabschluss unerwartet schlecht ausgefallen. Das Jahr 2010 schlägt mit Minus 337 588 Euro zu Buche (Vorjahr: minus 261 063 Euro).

Während einige Stadtverordnete vorschlugen, mit massiven Mietnachlässen neue Bewohner anzuwerben, möchte Amtsdirektorin Elvira Hölzner (parteilos) andere Wege gehen. "Wir müssen das tun, was Städte wie Cottbus oder Beeskow schon längst erledigt haben. Wir müssen unser Stadtentwicklungskonzept fertig schreiben und uns darüber klar werden, wie viele Wohnungen wir vom Markt nehmen wollen." Nach Einschätzung Hölzners sei es langfristig wenig sinnvoll, mit Billigmieten Bewohner etwa aus Jänschwalde-Ost abzuwerben.

Zwar sei geplant, in der nächsten Ausgabe des Burger Amtsblattes auch für Peitzer Wohnungen zu werben. Dennoch gebe es im Bestand der WBVG Gebäude, die für den aktuellen Markt nicht mehr attraktiv seien.

Kleine Wohnungen begehrt

Cornelia Donath vom Peitzer Bauamt erklärt dazu: "Wir machen die Erfahrung, dass barrierefreie, kleine Wohnungen im Zentrum unheimlich begehrt sind." So könne sie die geplanten Einheiten im Haus Markt 2 schon vor der Fertigstellung mehrfach vermieten. Auch ein weiteres Sanierungsprojekt im Bereich Markt 17 sei begehrt. "Wohnungen mit 100 Quadratmetern in höheren Stockwerken sind nur schwer zu vermieten."