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"Paulus"-Oratorium in Bad Liebenwerda

Bad Liebenwerda. Nicht nur heutzutage verstecken sich hinter manchem Kampf der Kulturen und Religionen politische Machtinteressen. Mendelssohn griff vor fast 200 Jahren diese alte Thematik auf.

Er komponierte daraus ein grandioses Meisterwerk. Der "Paulus" wurde kurz nach der Uraufführung mehr als 30 Mal vor vollen Konzerthäusern gespielt.

Mit Pauken und Bläsern

Mendelssohn selbst war jüdischer Abstammung. Er erlebte kleine und größere Ausgrenzungen im Deutschland des 19. Jahrhunderts. War der biblische Paulus für ihn ein Abbild dieser Auseinandersetzung? Mit Pauken und Bläsern lässt er das aufgebrachte "Volk" zischeln, keifen, brüllen. Nach der Ermordung eines Andersdenkenden bringt ein buchstäblich "umwerfendes" Erlebnis Paulus zur Umkehr.

Über 100 Sänger aus dem Elbe-Elster-Kreis sowie aus der Partnerstadt Lübbecke und dem benachbarten Espelkamp sowie fast 40 Orchestermusiker bilden das riesige Ensemble beim großen Chor- und Orchesterkonzert. Es erklingen die kirchliche Festouvertüre über "Ein feste Burg ist unser Gott" von Otto Nicolai und der erste Teil des Oratoriums "Paulus" von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Intensive Vorbereitungen

Die Chöre bereiten sich seit Monaten intensiv auf dieses Ereignis vor. Sehr anspruchsvoll ist nicht nur das Lernen der Töne, sondern auch die Identifikation mit den verschiedenen Rollen, die der Chor im Lauf des Stückes einnimmt - ähnlich einer Oper, nur ohne Platz- oder Kostümwechsel.

Das Chor- und Orchesterkonzert wird am Samstag, dem 11. November, ab 19 Uhr in der St. Nikolai-Kirche in Bad Liebenwerda aufgeführt. Karten gibt es bei der Tourist-Info und im Cafe Beeg zu 13 Euro, ermäßigt 11 Euro, Schüler ab elf Jahren 7 Euro. Kinder bis zehn Jahre haben freien Eintritt. pm