Verwaltungsvorstand Sven Zuber ist die Begeisterung anzusehen, wenn er über die Arbeit des Parkverbundes „Von Graf Brühl bis Fürst Pückler“ spricht. Denn hier ergeben sich Chancen, gerade geschichtliche Zusammenhänge deutlich zu machen. Auf Zubers Tisch liegt eine Broschüre, die für eine Park-Kult-Tour wirbt. Die Aufmerksamkeit der Tourismusbranche habe durch den Verbund zugenommen, sagt der Forster Verwaltungsvorstand für Bildung und Soziales. Der Tourismusanbieter macht auf dem Faltblatt eine geführte Radtour durch die Parks in Bad Muskau, Brody (Pförten), Forst und Cottbus-Branitz schmackhaft.

Mit weiteren Veranstaltungen will der Verbund laut Zuber in den kommenden Jahren das Profil schärfen.

Der 250. Todestag Heinrich von Brühls ist dafür ein perfekter Anlass und Impulsgeber für ein ehrgeiziges Projekt.

Planungen für eine Opernwerkstatt Brody (Pförten) laufen nach Angaben des Verwaltungsvorstands bereits. Spätestens im Jahr 2013 – zum 250. Todestag Heinrich von Brühls – oder im Idealfall bereits im kommenden Jahr, wird sich in Brody alles um barocke Musik drehen. In dem deutsch-polnischen Projekt soll begabter Opernnachwuchs dem Geist der Barockoper auf die Spur kommen und gleichzeitig auf die sächsisch-polnische Union mit gemeinsamen kulturellen Hintergründen seit dem 17. Jahrhundert verweisen. Nutznießer des Workshops sind künftig die Bürger beiderseits der Neiße. Zuber: „Wir rechnen mit einem Workshop von zehn bis 14 Tagen, an dessen Ende eine öffentliche Aufführung stehen wird.“

Eine Verbundausstellung ist für das kommende Jahr in Zusammenarbeit mit dem Kulturland Brandenburg und dem Branitzer Park geplant. „Kern wird die Feindschaft zwischen Friedrich dem Großen und Brühl sein“, verrät Sven Zuber. Der Alte Fritz und der spätere sächsische Premierminister seien sich bereits in jungen Jahren begegnet und hätten eine Männerfeindschaft entwickelt. Genau diese Feindschaft werde in der Ausstellung thematisiert. Ein Wissenschaftlerteam sei bereits mit den Arbeiten beauftragt.

Mit einer Veranstaltungsreihe im Restaurant und Café Rosenflair auf der Forster Wehrinsel „geht es um das Kennenlernen des Parkverbundes“ so Zuber. Am 27. Oktober hat der Vortrag „Branitz – Fürst Pücklers Meisterstück“ den Auftakt gegeben. Für den 25. November ist der nächste Vortrag geplant. „Ein Hauch sächsisches Rokoko an Schokoladensoße“ zeigt den Aufstieg und Fall des Heinrich von Brühl. Frank Metasch vom Institut für sächsische Geschichte und Volkskunde Dresden referiert dazu.

Wichtige Erfolge sieht Sven Zuber bereits jetzt im Parkverbund. „Es gibt einen guten Austausch der Parkleitungen“, sagt der Verwaltungsvorstand. Auch in Brody (Pförten) zeigen sich Ergebnisse der in den vergangenen Jahren initiierten Parkseminare. Zuber: „In Brody ist ein Gärtner eingestellt worden, der den Park weiter pflegen soll.“

Zum Thema:

Zum Thema Der Europäische Parkverbund ist im November 2010 gegründet worden. Unter dem Titel „Von Graf Brühl bis Fürst Pückler“ wollen die Parkstädte Forst, Cottbus, Bad Muskau, Brody und Leknica ihre Parklandschaften gemeinsam vermarkten.