Nachdem die Nager die Parkanlagen schon so stark untergraben hatten, dass Teile des Kulturerbes zu versinken drohten, sind Tiere gefangen und getötet worden. "Diese Entscheidung musste aufgrund der festgestellten Schäden durch Experten getroffen werden", erklärt die Cottbuser Amtstierärztin Wienke Becker. Das Tierschutzgesetz verbiete es grundsätzlich, sich Tieren zu entledigen, nur weil sie störten. Doch das Töten der Biberratten sei die einzige Möglichkeit gewesen, den Branitzer Park von der Nutria-Plage zu befreien. Denn die Pflanzenfresser, die sich - auch durch das Füttern - massenhaft ausbreiteten, hätten in der Anlage beste Lebensbedingungen vorgefunden. Nutria-Weibchen könnten im Jahr bis zu dreimal Junge werfen. Fünf bis acht Tiere seien normal. Zwischen dem fünften und achten Lebensmonat sei dieser Nachwuchs bereits wieder geschlechtsreif. Um unterwühlte Böschungen zu verhindern und die Ufervegetation wirksam zu schützen, hätten die Nutria generell aus dem Park verbannt werden müssen. "Ihre erneute Einwanderung in das Pücklersche Gartenreich wird jetzt durch Sperren in den Zuflüssen verhindert", erklärt Becker. Gitter verwehrten den Tieren, die sich an den Wasserläufen der Region enorm ausgebreitet hätten, den Zugang zum Branitzer Park. "Das funktioniert sehr gut", stellt Wienke Becker fest. Ordnungamt und Park-Mitarbeiter kontrollierten zudem, dass die Bürger die Tiere nicht mit neuen Futterstellen anlockten. An der Spree würden die Nager von unbelehrbaren Bürgern noch immer ausnehmend gut beköstigt, stellten die Ordnungshüter immer wieder fest. "In Cottbus gilt ein generelles Fütterverbot für Nutria und übrigens auch für Enten", sagt die Tiermedizinerin. Die Nager, die eigentlich nachtaktiv seien, tauchten am hellichten Tag an den Futterstellen auf und hätten bereits jede Scheu vor den Menschen verloren. Sie verursachten nicht nur enorme Schäden, sondern bettelten auch aggressiv. Dies sei vor allem für Kinder sehtr gefährlich, warnt Wienke Becker eindringlich.