Mit bloßen Händen suchten verzweifelte Menschen in den Trümmern nach Verschütteten. Verletzte mit blutenden Wunden suchten im Chaos nach dem Beben vergeblich nach medizinischer Hilfe. Chinas Regierung stellte umgerechnet 21,5 Millionen Euro an Soforthilfe zur Verfügung. Tausende Rettungskräfte und medizinisches Personal wurden auf den Weg in die entlegene und arme Region geschickt. Sondermaschinen flogen Hilfsgüter nach Yushu. 10 000 Zelte, 50 000 wattierte Mäntel und Decken wurden bereitgestellt. Da das Erdbebengebiet in rund 4000 Metern Höhe liegt, müssen die Obdachlosen bei kalten Temperaturen im Freien übernachten. Starker Wind und möglicher Schneeregen machen alles noch schlimmer.Die Stadt Jiegu, der Verwaltungssitz der tibetischen Präfektur, wurde "fast dem Erdboden gleichgemacht". Das erzählte der Funktionär Zha Xi von der Katastrophenzentrale von Yushu in Peking. "Die meisten Häuser sind eingestürzt. Wir suchen nach Verschütteten." Viele Häuser waren nur aus Lehm und Holz gebaut. Hilfe von außen ließ lange auf sich warten. Im Umkreis von 75 Kilometern um das Zentrum des Bebens leben 90 000 Menschen.Ein Staudamm habe bedrohliche Risse gehabt, doch sei die Situation entschärft worden. "Das Wasser wurde komplett abgelassen, sodass jetzt keine Gefahr mehr herrscht", sagte der Funktionär. Erdrutsche blockierten eine Straße zum Flughafen. Doch konnte eine Umgehung gebaut werden, damit Hilfsgüter ins Erdbebengebiet gebracht werden können.Die Opfer sind meist Tibeter. "Es gab zehn Personen in unserer Familie, aber nur vier von uns konnten entkommen", sagte der 17-jährige Tibeter Samdrup Gyatso der Nachrichtenagentur Xinhua. "Ich sah viele Leichen in den Straßen", berichtete Tezin Drolma, die mit ihrem zweijährigen Sohn überlebte. Eine Einwohnerin von Jiegu wurde mit vier Mitgliedern ihrer Familie lebend aus den Trümmern geborgen, doch ihre Mutter starb. Sie berichtete der Staatsagentur: "Acht Mitglieder unserer Nachbarsfamilie wurden verschüttet. Alle waren tot, als sie gefunden wurden." Drei größere Nachbeben bis zu einer Stärke von 6,3 wurden registriert. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Horst Köhler übermittelten Peking ihre Anteilnahme. Die Europäische Union und andere Länder boten Hilfe an.