Staatssekretärin Kathrin Schneider warnt alle Autofahrer, jetzt besonders aufmerksam zu sein.

Das gilt besonders in ländlichen Regionen wie dem Spree-Neiße-Kreis. Wild ist hier unter den Ursachen für Verkehrsunfälle nach wie vor auf Platz eins. 1408 Unfälle wurden im vergangenen Jahr im Bereich der Polizeiinspektion Cottbus/Spree-neiße gezählt. Erst dahinter folgen ein zu geringer Sicherheitsabstand oder Fehler beim Wenden und Rückwärtsfahren in der Unfallstatistik.

"Wegen der hohen Zahl an Wildunfällen sind wir im Gespräch mit den Jägern, Förstern und Baulastträgern. Wir wissen, dass Maßnahmen hier immer nur temporär wirken. Aber auch hier können wir mit mehr Geschwindigkeitsmessungen in solchen Abschnitten versuchen, die Autofahrer in einen Geschwindigkeitsbereich zu bringen, in dem sie noch auf Wild reagieren können", hatte Bettina Groß, Leiterin der Polizei-Inspektion, bei der Präsentation der Zahlen im März erklärt.

Jetzt ist wieder besondere Aufmerksamkeit gefragt. Kathrin Schneider: "Ich rufe alle Autofahrer auf, besonders vorsichtig zu sein und das nicht nur beim Verkehrszeichen ‚Wildwechsel'. Besonders Rehe können jetzt überall auftauchen. Fahren Sie bremsbereit und nicht zu schnell, dann können Unfälle mit Wild verhindert werden."

Während der Paarungszeit von Mitte Juli bis Mitte August verändert sich das Verhalten der Tiere und sie sind deutlich aktiver. Darauf sollten sich Autofahrer einstellen und vorsichtig sein. Sie die Einschätzung des Experten im Ministerium. Wild laufe unverhofft über die Straße und das nicht nur in der Dämmerung, sondern auch am Tag.

"Dabei folgt einem ersten Reh oft noch ein zweites oder drittes. Dies gilt für Felder ebenso wie in Wäldern", so die Mitteilung aus Potsdam. 70 Prozent der rund 16 000 Wildunfälle in Brandenburg passieren mit Rehen. Zudem gibt es eine erhebliche Dunkelziffer, denn Wildunfälle werden häufig nicht gemeldet.

Der Deutsche Jagdverband geht von jährlich mehr als einer Million Wildtiere aus, die im Straßenverkehr bundesweit getötet werden. "Positiv ist: Wer Zeit hat und in Brandenburger Wäldern spazieren geht, kann jetzt häufiger Rehe bei Tage beobachten", so Kathrin Schneider.