Peitz. „Es ist dieser Grundriss mit der kleinen Küche, den heute kaum noch jemand will“, sagt Amtsdirektorin Elvira Hölzner. Sie kämpft mit einem zweigeteilten Wohnungsmarkt in Peitz und Umgebung. Während Neubauten und sanierter Altbau im Innenstadtbereich oft schon vermietet sind, bevor die Mauern hochgezogen sind, stehen immer mehr Plattenbauten leer.

„In Peitz haben wir derzeit eine Leerstandsquote von 16,5 Prozent“, erklärt Lutz Schneider, Geschäftsführer der Wohnungsbau- und –Verwaltungsgesellschaft „Vorspreewald“ mbH WBVG.

Die hohe Zahl ungenutzter Wohnungen sei zwei Trends geschuldet: Der Abwanderung von Jugendlichen und dem Wunsch der älteren Bewohner, dichter an die Stadt zu ziehen. „Die älteren Menschen möchten schnellen Zugang zu Ärzten, Einkaufsmöglichkeiten und Veranstaltungsorten haben“, sagt Schneider. Früher habe es kaum Wohnraum in der Altstadt gegeben, jetzt stünden dort attraktive kleine Wohnungen zur Verfügung. Doch so erschreckend die Zahl von 16,5 Prozent Leerstand ist, einen Vorteil bringt die dem Amt. Elvira Hölzner: „Als wir einen Leerstand von zehn Prozent hatten, gab es keine Chance, Fördermittel des Bundes für den Rückbau zu bekommen.“ Jetzt schreibt Peitz das längst überfällige Stadtentwicklungskonzept und hofft danach auf finanzielle Unterstützung für den Abriss von zwei Wohnblöcken. „Damit würden wir rund 80 Wohnungen vom Markt nehmen“, so Schneider.

Einer der Blöcke, die Maxim-Gorki-Straße 1 – 4, steht bereits fest, der zweite wird noch ausgesucht. Den Mietern dieser Blöcke will Schneider Ersatzwohnungen in einem anderen Block anbieten: Die Artur-Becker-Straße 9 – 12 soll nach Vorschlägen einer BTU-Studentin bis 2013/14 barrierearm saniert werden. „Trotz der Rückbaupläne lassen wir die Mieter der anderen Neubauten aber nicht fallen“, betont Elvira Hölzner. So wurden im vergangenen Jahr rund 600 000 Euro für Instandhaltungsmaßnahmen ausgegeben. Die gleiche Summe ist auch für 2012 vorgesehen. Hiervon wird unter anderem die Trinkwasserleitung Malxebogen 1 – 8 erneuert. Mietsenkungen, wie sie andere Kommunen erproben, lehnt die WBVG ab. „Wir liegen mit 4 bis 4,30 Euro Miete Pro Quadratmeter so niedrig, für dieses Geld bekommt man in Cottbus keine sanierte Wohnung.“

Zum Thema:

Sanierungen der Vergangenen JahreDurch die Insolvenz der Wohnungsbaugesellschaft 2005 litt der Bestand unter massivem Sanierungsstau. In den vergangenen Jahren wurde aufgeholt. 2007 gab die WBVG 920 000 Euro für Baumaßnahmen und 345 400 Euro für die Instandhaltung aus. In den Jahren 2008 bis 2010 wurden ähnliche Summen investiert, hauptsächlich in Fassadensanierung, Dämmung, Erneuerung der Treppen und Zugänge, Ersatz von Glasbausteinen durch Fenster und Dacheindeckung. Insgesamt hat die WBVG 1300 Wohnungen in Peitz, Burg, Kolkwitz, Schmogrow-Fehrow und Cottbus.