Die Konzertbesucher kommen zum Teil von weit her, so aus Berlin, Dresden und Städten aus der näheren Umgebung. So war es auch nicht verwunderlich, dass die Stühle in der Saxdorfer Galerie dem Besucheransturm nicht gewachsen waren, immer neue herangetragen werden mussten.Schon als kleiner Junge sei er nach Aussage seiner Mutter hochintelligent gewesen und dazu kam seine außerordentliche musikalische Begabung. Diese wurde kontinuierlich durch eine hochqualifizierte Ausbildung bei Dozenten internationalen Rufes, durch erfolgreiche Teilnahme an internationalen Wettbewerben mit vielen ersten Preisen gefördert. Sein Studium schloss Andreas Göbel mit der Note 1,0 ab.Andreas Göbel, immer strahlend, dabei bescheiden wirkend, führte zunächst seine Zuhörer in die Konzertfolge und deren Hintergrundaussagen ein. Im Hinblick auf die gleichen Geburtsjahre 1810 standen zuerst Frédéric Chopin und Robert Schumann auf dem Programm.Mit Chopin, bei dessen Kompositionen insbesondere den Mazurken und Polonaisen die Wurzeln seiner heimatlichen Volksmusik fühlbar sind, fesselte der Pianist gleich zu Beginn mit der Polonaise-Fantasie As-Dur, op.61 seine Zuhörer.Zunächst versonnen, still die Klaviertasten fast streichelnd, glitten seine Hände über die Tastatur, um dann im Verlauf des Werkes temperamentvoll dem Flügel die Töne zu entlocken.Überhaupt hatte man im Verlauf des gesamten Konzertes mitunter das Gefühl, Andreas Göbel spiele nicht nur mit zwei, sondern mit vier Händen, so rasant interpretierte er die entsprechenden Sätze der Kompositionen.Nicht weniger in Robert Schumanns Carnaval, op. 9. Interessant auch die Hintergrundinformationen, die Andreas Göbel zu dieser Komposition gab, wie zum Beispiel. "ASCH-SCHA" das die Tonfolge a-es-c-h beinhaltet und auf die Stadt Asch hinweist, die Geburtsstadt von Ernestine von Fricken, der ersten Verlobten von Robert Schumann, der ja später die Pianistin Clara Wieck heiratete. Auch dieses Werk stellenweise verträumt spielend, dann rasen Göbels Hände über die Tasten, dass die Zuhörer einfach fasziniert sind.Es folgen Koproduktionen, die aber nicht alle aufgeführt werden können. Spaß hatten die Zuhörer an der witzigen Erklärung zu einem Spätwerk Rossinis, das die Fahrt einer Eisenbahn mit all ihren Folgen (schöne, schnelle Fahrt, Unglück, fünf Tote, von denen einer in den Himmel, der andere in die Hölle kommt, Trauermarsch und schließlich die Freude der Erben, die die Musik heraushören lässt) darstellt und vom Pianisten fröhlich interpretiert wird.Es gäbe noch so manches zum Programm zu sagen. Der viel Witz ausstrahlende Pianist mit seinem schelmischen Gesichtsausdruck ist am Ende. Die Zuhörer sind begeistert, fordern Zugaben ab, die das Programm um eine Stunde verlängern. Schließlich versucht es Andreas Göbel mit der Träumerei von Schumann, bringt die Zuhörer zur Ruhe, erntet Standing Ovations und als Dank von Pfarrer Karl-Heinrich Zahn das Buch "Zaubergarten - Frühling im Saxdorfer Pfarrgarten" von Paul Böckelmann und Hanspeter Bethke.