"Im vergangenen Sommer ist uns das erstmals aufgefallen", erzählt Sprecherin Steffanie Richter. "Inzwischen wird das Pfeifen zunehmend melodiöser." Nach Angaben des Zoos ist der 14 Jahre alte Menschenaffe eines von weltweit drei Tieren seiner Art, das diese besondere Begabung besitzt. Pfeifen ist nicht das einzige Talent von Ujian - malen kann er nach Angaben des Zoos auch. Bis Anfang Mai werden seine Bilder versteigert.Für Forschungszwecke schickten der Leiter des Heidelberger Affenreviers, Bernd Kowalsky, und sein Team nun Aufnahmen von Ujians Pfiffen in die USA. Tonproben dafür lieferte das Affenmännchen bereitwillig ab. Das Pfeifen habe sich der Orang-Utan ganz alleine beigebracht, beteuert der Zoo. "Aufgeflogen" sei die Begabung durch einen Gemüsehändler, der regelmäßig Obst und Gemüse liefert. Da die Tiere vom Affenrevier aus den Eingang gut im Blick haben, hat Ujian vergangenen Sommer wohl auch mitbekommen, dass der Lieferant spät dran war. Ungeduldig pfiff er dem Mann entgegen. "Der hatte dann zunächst den Leiter des Affenreviers im Verdacht" - was fast zum Streit geführt hätte, berichtet die Zoosprecherin. "Anpfeifen lass ich mich nicht von Ihnen", soll sich der Händler gewehrt haben. Doch Revierleiter Kowalsky beteuerte seine Unschuld.Also schauten sich die beiden um - und sahen Ujian die Lippen schürzen. Gleichzeitig hörten sie Töne. Eine zoologische Sensation war entdeckt. "Ujian macht das richtig gerne", sagt Richter. Durch Nüsse und Rosinen lasse er sich gerne zu einem Pfeifkonzert bewegen. "Aber er macht das auch von ganz allein und bis zu zwei Stunden lang." Seinen Mitbewohnerinnen im Heidelberger Zoo gefällt's - vor allen anderen startet die 20 Jahre alte Puan zaghaft erste eigene Versuche.Ujian ist schon oft umgezogen: Der Menschenaffe wurde in Zürich geboren, kam dann in die Aufzuchtstation der Stuttgarter Wilhelma und später nach Hamburg in Hagenbecks Tierpark. 2005 schließlich landete er bei den Orang-Utan-Damen im Heidelberger Zoo.