. Im Jahr 2010 horchten die Gemeindevertreter der Kommunen aus dem Landkreis Elbe-Elster auf: Das Erdgas Unternehmen Wingas, welches für den Bau der Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung (Opal) verantwortlich ist, baute eine Glasfaserverkabelung in die Trasse ein. "Das Glasfaserkabel benötigen wir für die Steuerung der Gasnetze", erklärt der Wingas-Verkaufsleiter für die Telekommunikationsabteilung, Michael Cremer. In diesem Zuge habe man den Kommunen, die unmittelbar in der Nähe der Trasse sind, diese Lichtwellenkabel für eine Breitbandversorgung mit Internet und Telekommunikation zur öffentlichen Nutzung angeboten.

"Fakt ist", so Cremer weiter, "dass bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht eine Gemeinde im Elbe-Elster-Kreis dieses Angebot angenommen hat." Über den Landkreis hinaus gäbe es nur die Stadt Lauchhammer in der Lausitz, die mittels der Datenautobahn der Opal-Trasse seine Breitbandversorgung betreibt.

Die Gründe dafür seien verschieden. Insbesondere die bereitgestellten Fördermittel für den Ausbau der Breitbandversorgung durch den Bund und das Land Brandenburg seien nicht ausreichend. "Bis Ende des Jahres sind alle Gelder aus dem Fördertopf bereits verplant", sagt Amtsdirektor Gottfried Richter vom Amt Kleine Elster in Massen. Im Klartext heißt das, bis 2014 sind bisher keine weiteren Gelder bewilligt. Dabei sollten die 22 Millionen Euro des Landes bis 2015 für den Ausbau der Dateninfrastruktur ausreichen. Allerdings kämen auf die Kommunen weit mehr Kosten zu: "Die Kommunen, die neben der Trasse liegen, müssten Glasfaserkabel von der Opal bis in ihre Ortschaften und letztlich bis in die Haushalte legen", erläutert Michael Cremer, "darüber hinaus müsste sich eine Providergesellschaft finden, die dieses verlegte Glasfaserkabelnetz betreibt."

Gegenwärtig arbeite Wingas mit der Lausitzer Kabelbetriebsgesellschaft (LKG), die in Lauchhammer ansässig ist, lediglich an einem Projekt in Grünewalde zusammen. "Derzeit läuft der gesamte Datenverkehr über eine Stromleitung der enviaTel", beschreibt LKG-Geschäftsführer Bernd Nitzschner die derzeitige Lage, "jedoch brauchen wir bei einem Ausfall eine Ersatzleitung, die uns Wingas liefern kann." Bis zum dritten Quartel soll die Zusammenarbeit abgeschlossen sein, so Nitzschner.

Als Netzprovider für das Elbe-Elster-Gebiet engagiert sich die LKG bereits in mehreren Kommunen. Unter anderen arbeiten Plessa, Gemeinden des Schradenlandes, Domsdorf, Staupitz, Sorno und Schilda mit der LKG zusammen. "Zum fraglichen Zeitpunkt, als wir über die Internetversorgung unserer Gemeinden zu entscheiden hatten", so Schradenlands Amtsdirektor Thilo Richter, "sind wir nicht über den tatsächlichen Anschlussort an die Trasse informiert worden." So habe man sich im Schradenland für die kostengünstigere Funklösung mit der LKG entschieden.

Aus Kostengründen hat Bauamtsleiterin Mandy Mudrack in Sonnewalde ebenfalls davon abgesehen, eine Glasfaserkabelverbindung von der Trasse bis in den Ort zu legen: "Der bauliche und finanzielle Aufwand für Sonnewalde und die umliegenden Gemeinden war schlicht nicht umsetzbar." Trotz der ungenutzten Lichtwellenleitung der Opal gäbe es im Landkreis doch Hoffnung, so der Pressesprecher der Kreisverwaltung Torsten Hoffgaard. "Bis März sollen sämtliche weiße Flecken bei der Internetversorgung im Kreis verschwunden sein", kündigt er an. Als weiße Flecken bezeichnen Fachleute Regionen, in denen die Downloadgeschwindigkeit geringer als zwei Megabit pro Sekunde beträgt. Mit dem Netzbetreiber Vodafone und dessen Ausbau des LTE-Funknetzes sei man auf einem guten Wege, die Versorgung aller Haushalte zu gewährleisten. Bis März 2013 sollen 21 weitere Stationen in Betrieb genommen werden, die die Breitbandversorgung in unterversorgten Gebieten sicherstellen sollen. "Wir nutzen dafür bereits vorhandene hochgelegene Masten" erklärt ein Vodafone-Sprecher, "auf die wir dann Antennen installieren." Die LTE-Technik kann eine Reichweite pro Station von bis zu zehn Kilometern abdecken.