Bis zum gestrigen Morgen bestätigten die Behörden der Dominikanischen Republik und Haitis 80 Tote. Zudem wurden rund 50 Menschen vermisst. Auch weiter südlich auf Jamaica gab es nach Medienberichten mindestens ein Todesopfer. In der Dominikanischen Republik verhängte Präsident Leonel Fernández für die nächsten 30 Tage den nationalen Notstand. Er ordnete zudem die Evakuierung von 36 Städten und Ortschaften an.
Auch gestern regnete es ununterbrochen auf der Ferieninsel Hispaniola, die sich Haiti und die Dominikanische Republik teilen. Tausende Häuser und Hütten stehen seit Montag unter Wasser, Brücken und Straßen wurden zerstört. Zahlreiche Dörfer und Gemeinden wurden von der Außenwelt abgeschnitten. Schwere Schäden entstanden vor allem in der Landwirtschaft. Fast 60 000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.
„Es ist das Schlimmste vom Schlimmen“ , kommentierte gestern eine Zeitung. Bis dahin hatten die Medien vor allem die beschönigenden Berichte der Regierung der Dominikanischen Republik über die Lage veröffentlicht. Noch am Mittwochmorgen hatte der Chef der Zivilverteidigung, Luis Luna Paulino, erklärt, die Regierung habe die Lage im Griff. Die Zahl der Toten wurde klein geredet. Die politische Opposition spricht von einer Katastrophe.
Gestern bewegte sich der Sturm nach Angaben des nationalen US-Hurrikanzentrums in Miami mit neun Kilometern in der Stunde weiter auf die nordwestlichen Bahamas zu. Die Meteorologen schlossen nicht aus, dass „Noel“ , der in seinem Zentrum Windgeschwindigkeiten von 95 Stundenkilometern entwickelte, im Bereich der Bahamas noch Hurrikanstärke erreichen könnte. Für die Südostküste Floridas gab es Sturmwarnung. Auf Kuba hob die Regierung die Sturmwarnung inzwischen auf. (dpa/das)