Demnach schätzen Experten nach Angaben des Senders CNN nun, dass pro Tag fast 666 Tonnen Rohöl ins Meer gelangen - fast fünfmal so viel wie bisher angenommen. In einem Interview mit dem US-Nachrichtensender machte der Chef des britischen Ölkonzerns BP, Tony Hayward, das Unternehmen Transocean für das Unglück verantwortlich, von dem BP die Bohrinsel geleast hatte. Die Ölpest könnte nach Angaben der Küstenwache möglicherweise eine der verheerendsten in der US-Geschichte werden.

Ein Abdichtkopf habe vor der Explosion versagt, sagte Hayward laut CNN. Dabei handele es sich um ein großes Ventil an der Spitze des Bohrlochs, mit dem das Herausfließen von Öl gestoppt werden kann. ,,Das ist ein absolut zuverlässiger Mechanismus", zitierte CNN den BP-Chef. ,,Und aus irgendeinem Grund - und wir verstehen noch nicht warum, aber das werden wir nach unseren Nachforschungen und nach staatlichen Ermittlungen wissen - ist er ausgefallen."

Ein Transocean-Sprecher wollte am Mittwoch zu den Vorwürfen keinen Kommentar abgeben. Der für Sicherheit zuständige Manager, Adrian Rose, sagte, es habe keine Anzeichen für Probleme auf der Bohrinsel ,,Deepwater Horizon" gegeben.

Im Kampf gegen den Ölteppich setzten Experten am Mittwoch erstmals Feuer ein. Das Team des BP-Konzerns fackelte einen kleinen Teil des Ölteppichs ab. Der erste Brand war ,,eine Art Test" und dauerte daher nur 45 Minuten, sagte ein Sprecher der Küstenwache, Matthew Schofield, am Mittwochabend.

Unterdessen bereiteten sich die Behörden auf das Eintreffen des Ölteppichs an der Küste vor.