Nach dem Insolvenzantrag der umstrittenen Odenwaldschule in Südhessen warten die Aufsichtsbehörden erst einmal ab. "Die Insolvenzverwalterin wird nun darlegen müssen, wie die neue Situation ist", teilten das hessische Kultus- und das Sozialministerium am Mittwoch mit. "Wie es tatsächlich weitergeht, steht noch nicht fest", ergänzte der Sprecher des Kultusministeriums.

Die krisengeschüttelte Schule in Heppenheim hatte am Dienstag bekannt gegeben, trotz mehrmaliger Anstrengungen nicht mehr genügend Geld zu haben. Das jetzige Schuljahr werde noch zu Ende gebracht. Bei der Suche nach einer anderen Schule würden die Behörden Eltern und Kindern helfen.

Nach Aussage von Insolvenzverwalterin Sylvia Rhein bedeutet die Zahlungsunfähigkeit nicht automatisch schon das Ende der Odenwaldschule. Sie wolle ein Weiterbestehen prüfen. Am Mittwoch sprach Rhein mit Vertretern der Schule.

An der Odenwaldschule war vor fünf Jahren ein Missbrauchsskandal publik geworden, der lange vertuscht worden war. Ausgegangen wird von mindestens 132 betroffenen Schülern. Es folgten ein Streit um die künftige Ausrichtung und zahlreiche Personalwechsel. Die Zahl der Schüler ging stark zurück. Deshalb fehlt auch das Schulgeld für das Privatinternat.