Ob solche Entschädigungen überhaupt zulässig seien, prüfe derzeit der Europäische Gerichtshof. Bis zu der in rund einem Jahr erwarteten Entscheidung sollten Kunden, die ein Gerät reklamieren, auf die unklare Rechtslage hinweisen und notfalls unter Vorbehalt zahlen, riet VZB-Jurist Jürgen Schröder.
Gesetzlich hat ein Kunde mit einem defekten Gerät Anspruch auf eine kostenlose Reparatur oder ein Austauschgerät. Ist der Mangel nicht behoben, bekommt er sein Geld zurück.
Bei der Stichprobe von "Verbraucher Aktuell" verlangte die Hälfte von zehn getesteten Kaufhäusern, Versandhändlern und Elektromärkten für den Umtausch während der Gewährleistungsfrist eine Nutzungsentschädigung. Die Höhe richtete sich - je nach Firma oder Händler - nach dem Neupreis und der Dauer der Nutzung. Manche Händler nutzen dem Bericht zufolge eine Empfehlung des Bundesverbandes Technik des Einzelhandels, der zusätzlich noch nach Gerätetyp unterscheidet. Danach beträgt die Nutzungsentschädigung für eine 500 Euro teure Waschmaschine nach einem Jahr 50 Euro, für einen 500 Euro teuren Computer hingegen 166,67 Euro. (AFP/sh)