Mit dem Herbst beginnt das große Knacken: Von den Walnussbäumen fallen die reifen Früchte herab, auch die Haselnussernte kann beginnen.

Gesunder Cholesterinsenker

Gesund sind Nüsse vor allem dank der einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die in ihnen stecken. Sie verbessern den Blutfluss und wirken Bluthochdruck entgegen. Eine Analyse von 25 Studien ergab: 67 Gramm Nüsse pro Tag senken den Cholesterinspiegel um fünf Prozent. Regelmäßig geknabbert beugen sie Diabetes vor.

Sowohl die ungesättigten Fettsäuren als auch die B-Vitamine in der Nuss wirken sich zudem positiv auf Gehirn und Nervenzellen aus. So ist Niacin (Vitamin B3) unter anderem an der Bildung von Botenstoffen im Gehirn beteiligt. Und ein Mangel an Vitamin B1 führt zu Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Reizbarkeit. Besonders reich an B-Vitaminen ist die Erdnuss, die botanisch gesehen zu den Hülsenfrüchten gehört.

Als Dickmacher sind Nüsse übrigens nicht bekannt. Zwar sind die Kerne sehr energie- und kalorienreich. Doch selbst wer regelmäßig eine kleine Portion knabbert, braucht keine Angst vor zusätzlichen Pfunden zu haben. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät zu einer Handvoll Nüsse am Tag. Das ist ideal für Geist, Körper und Linie.

Vermutlich sind es die in Nüssen enthaltenen Eiweiße und Ballaststoffe, die sättigen und so die Kalorienaufnahme insgesamt begrenzen. Wer möglichst wenig Fett zu sich nehmen möchte, kann sich an Cashewnüsse halten. Ihr Fettanteil ist mit 42 Prozent der niedrigste unter allen Nuss-Sorten. Macadamias bestehen zu stolzen 73 Prozent aus Fett.

Vorsicht bei Allergien

Allergiker, die auf Pollen der Birke oder der botanisch verwandten Hasel, Erle oder Buche allergisch reagieren, haben mitunter auch Probleme beim Verzehr von Haselnüssen, Mandeln oder Walnüssen. Die Zunge kribbelt, im Rachen kratzt es. Verantwortlich für diese Kreuzallergie sind Stressproteine. Das sind Eiweiße, mit denen sich die Bäume gegen Viren und Bakterien schützen, und die in ähnlicher Form in Nüssen, vielen Kern- und Steinobstsorten und einigen Gemüsesorten vorkommen. Menschen, die von einer Kreuzallergie betroffen sind, müssen Nüsse aber selten ganz vom Speiseplan streichen. Wenn Haselnüsse geröstet oder gebacken werden, können solche Allergiker sie in der Regel sogar essen, das Hauptallergen wird dabei zerstört.

Menschen, die auf die Nuss selbst allergisch reagieren, müssen jedoch sehr aufpassen. Sie sollten auf Nüsse in jeder Form verzichten und Produkte meiden, in denen auch nur Spuren davon zu vermuten sind. Schon kleinste Mengen können bei ihnen eine schwere allergische Reaktion auslösen, die lebensbedrohlich sein kann.

Ausführlich in "test" 10/12 und www.test.de/thema/nuesse