Seit knapp drei Wochen stehe das notwendige Geld zur Verfügung, sagt Christian Harig. Eine Erklärung, warum die Mittelbereitstellung für diese Notreparatur so lange gedauert hat, fällt auch dem regionalen Bereichsingenieur des Landesumweltamtes schwer. Da es zu zahlreichen Schäden an wasserwirtschaftlichen Anlagen entlang der Schwarze Elster während des Hochwassers 2010/2011 gekommen sei, mussten Prioritäten für den zeitlichen Ablauf der anstehenden Reparatur- und Sanierungsmaßnahmen gesetzt werden, heißt es offiziell aus der Pressestelle des Landesumweltamtes in Potsdam. Und weiter: Bei der Auflistung sei entscheidend gewesen, welche Bedeutung die Anlage hat und wie groß die Schäden sind.

Die Kosten für den vor einigen Tagen begonnenen Deichabschnitt belaufen sich auf fast 150 000 Euro. Die Fertigstellung ist im Bauablaufplan für Anfang Dezember geplant – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Dann kann auch der bis jetzt gesperrte Teil des Schwarze-Elster-Radwanderweges wieder freigegeben werden. Aufgrund des dort besonders hohen Wühltierbefalls und bestehender Einbruchgefahr durften Radler den 1500 Meter langen Abschnitt nicht passieren.

Momentan herrschen noch beste Arbeitsbedingungen für den Bautrupp der Falkenberger Niederlassung der Johann Wacht GmbH. Diese habe sich auf den Bau und die Sanierung wasserwirtschaftlicher Anlagen spezialisiert, sagt Bauleiter Thomas Schäfer. Die Reparaturen sind an der Zeischaer Brücke gestartet. Bis zum Wehr wird der Deich von Baumstubben befreit. Die entstandenen Löcher werden verfüllt und verdichtet. Jene Stellen, an denen in erster Linie Biber, aber auch andere Wühltiere zum Teil heftige Schäden angerichtet haben, werden bis auf die Vorlandhöhe aufgegraben, erklärt Christian Harig. Dann werde der Kerndeich wieder aufgefüllt, verdichtet und schließlich profiliert. Die Krone erhält erneut eine sandgeschlämmte Oberfläche, sodass sie als Radweg nutzbar ist. An den frisch verfüllten Bereichen sollen Erosionsschutzmatten aus einem verrottbaren Kokosgewebe für den notwendigen Halt sorgen, bis die neu angesäte Grasnarbe genügend Festigkeit bietet.

Um dem Biber hier künftig Einhalt zu gebieten, wird zwischen Gewässersohle und Böschungsoberkante, in der sich die Tiere gewöhnlich in den Deich wühlen, ein Edelstahlgewebe eingebracht.

Während des Baus ist die Firma für den Hochwasserschutz verantwortlich. Dafür wurde eigens ein Alarmplan erstellt. Durch die Freilegung des Deiches von sämtlichem Bewuchs seien Kontrollen in diesem Abschnitt künftig besser durchführbar, so Harig.