Der 71 Jahre alte holländische Produzent hat den nordkoreanischen Nationalzirkus nach Europa geholt. Seit Gründung des Zirkus' 1952 ist es die erste Tournee im Westen überhaupt, den die kommunistischen Machthaber des international isolierten Landes gestatteten - und deshalb auch von politischer Bedeutung. Am Donnerstag feierte der Zirkus in Frankfurt mit seinem Programm "The Great Flying Circus" Deutschland-Premiere.
"Sie sehen die besten Artisten der Welt", hatte van der Meyden den Zuschauern stolz versprochen. Es folgte eine perfekt inszenierte Show mit viel Tempo und viel Farbe zu fernöstlichen Klängen. Einer der Artisten ist Kim Song Sam: An einem Reck unter der Decke des Zirkus nimmt er Schwung und wirbelt mit vierfachem Salto durch das Zelt. Van der Meyden arbeitet seit vielen Jahren mit den Artisten aus Pjöngjang zusammen. Er hat immer wieder einzelne Nummern zum Internationalen Zirkusfestival nach Monte Carlo gebracht. Aber noch nie war das komplette Ensemble in Europa aufgetreten. Der Coup des Holländers ist deshalb auch politisch nicht ganz ohne Bedeutung: Nordkorea, von den Vereinigten Staaten als "Schurkenstaat" geführt, steht wegen seiner Atompolitik am Pranger der internationalen Staatengemeinschaft. Auch beim Zirkus läuft nichts ohne den Segen des kommunistischen Regimes: Bei ihren Auftritten in Deutschland begleiten drei ranghohe Beamte des Kulturministeriums die Artisten auf Schritt und Tritt. Am Revers tragen sie einen Anstecker mit dem Bild des Diktators Kim Jong Il. Die Veranstalter wollen die Aufführungen im Westen als "Zeichen einer wachsenden Offenheit des stark isolierten Nordkoreas" verstanden wissen. "Mein Traum ist eine Premiere vor dem Weißen Haus", sagt Van der Meyden. (dpa/bw)