Die Zahl der bestätigten Toten stieg auf 116. Viele Menschen in der Zehn-Millionen-Metropole Tianjin machen sich wegen giftiger Stoffe in Luft und Wasser Sorgen. Die Behörden bestritten, dass große Mengen angeschwemmter toter Fische an den Ufern des Haihe-Flusses in der Stadt im Zusammenhang mit den Explosionen in dem Chemikalienlager im Hafen stünden.

Messungen der Fischereibehörden hätten ergeben, dass die Fische an Sauerstoffmangel verendet seien, berichtete die "China Daily" und veröffentlichte die Testergebnisse. Experten erläuterten, hohe Schadstoffbelastungen im Wasser führten zu einem solchen Sauerstoffmangel. Das sei bei schlechter Wasserqualität im Sommer "nicht ungewöhnlich". Es seien keine schädlichen Zyanid-Werte im Wasser an der Stelle gefunden worden, wo die Fische mehrere Kilometer vom Explosionsort entfernt angeschwemmt wurden, berichtete das städtische Umweltamt.

In einer Wasserprobe an der Unglücksstelle hatten Prüfer allerdings am Donnerstag eine Konzentration von Zyanid festgestellt, die um das 356-Fache über dem Grenzwert lag, wie das Umweltministerium mitgeteilt hatte.