Das trifft natürlich nicht zu, wenn Mieter zum Beispiel Dübellöcher bohren wollen, um Spiegel oder Badezimmereinrichtungen anzuschrauben. Wer jedoch ohne Genehmigung Umbauten vornimmt, verletzt seine Obhutspflicht für die Wohnung und ist zur Leistung von Schadenersatz verpflichtet, so der Hamburger Mieterverein. Der Vermieter darf entweder sofort oder spätestens beim Auszug die Herstellung des ursprünglichen Zustandes verlangen - und dieser Rückbau kann teuer werden.Schriftliche Genehmigung Mieter sollten also immer den Vermieter informieren, bevor sie einen Handwerker beauftragen, rät der Deutsche Mieterbund. Am sichersten ist es, wenn sie sich eine schriftliche Genehmigung für die Umbauten geben lassen und auch schriftlich vereinbaren, was damit beim Auszug geschehen soll. Viele Mieter gehen davon aus, dass ihre baulichen Veränderungen zu einer Wertsteigerung der Wohnung führen und sie deshalb beim Auszug einen Anspruch auf einen finanziellen Ausgleich haben müssten. Doch das ist ein Irrtum: Wurde mit dem Vermieter nicht schriftlich vereinbart, dass er für die Umbauten bezahlt, kann der Vermieter sogar verlangen, dass die Arbeiten rückgängig gemacht werden und der alte Zustand wiederhergestellt wird. Auch wenn der Vermieter vorher den Umbauten zugestimmt hatte, ist dies zulässig. Denn die Zustimmung des Vermieters ist auf die Dauer der Mietzeit beschränkt, stellt das Internetportal meineimmobilie.de klar. Um spätere Auseinandersetzungen zu vermeiden, fordern viele Vermieter für Umbauten vom Mieter eine Sicherheitszahlung, deren Höhe sich an den voraussichtlichen Kosten für den Rückbau orientiert. Das ist zulässig. Das Geld muss wie die Kaution vom Vermieter getrennt von seinem Vermögen angelegt und verzinst werden. Stimmt der Vermieter nicht zu, darf der Mieter nichts unternehmen. Das Landgericht Berlin entschied, dass die Kündigung eines Mieters durch den Vermieter rechtmäßig ist, der gegen den Willen seines Vermieters ein modernes Fenster in seine Altbauwohnung eingebaut hatte (Az.: 7 C 521/99). Auch ein Tierfreund, der eine Katzenklappe in seine Wohnungstür einbaut, muss seine Wohnung räumen, befand das Landgericht Berlin (Az.: 63 S 199/04). Die aktuelle Rechtsprechung kommt den Mietern mehr entgegen. In einem Streitfall hatte eine Mieterin in ihrer Wohnung ein Badezimmer eingerichtet. Das Apartment verfügte vorher nur über eine Duschkabine im Schlafzimmer. Der Nachfolger ihres ursprünglichen Vermieters beanstandete dies und verlangte den sofortigen Ausbau des Bades. Die Klage wurde vom Landgericht Hamburg abgewiesen. Ein Mieter hat das Recht, seine Wohnung mit eigenem Geld und fachgerecht auf einen allgemein üblichen Standard zu bringen. Der Vermieter müsse in solchen Fällen die Modernisierung genehmigen, so das Urteil (Az.: 311 S 128/04).Dennoch rät der Hamburger Mieterverein allen Mietern, die ihre Wohnung unter Eingriff in die Bausubstanz modernisieren wollen, vorher auf jeden Fall das schriftliche Einverständnis des Vermieters einzuholen. Vor allem sollte geregelt werden, dass die Einbauten bei Miet-Ende in der Wohnung bleiben können. BehindertengerechtMieter, die ihre Wohnung behindertengerecht umbauen wollen, brauchen ebenfalls das Einverständnis des Vermieters. Seit 2001 muss aber der Vermieter nach Paragraf 554a BGB solchen Vorhaben grundsätzlich zustimmen, wenn die Umbauten erforderlich sind, um die Wohnung behindertengerecht zu nutzen und keine anderen Interessen überwiegen. Vorsicht ist geboten, wenn ein Nachmieter die Einbauten seines Vorgängers nutzt. Zwar ist es angenehm, die Einbauküche des Vormieters kostengünstig zu übernehmen. Aber das dicke Ende kommt beim Auszug. Ohne schriftliche Vereinbarung mit dem Vermieter, was mit den übernommenen Um- und Einbauten nach dem Miet-Ende passiert, hat der Nachmieter die Rückbaupflicht.