Angelockt von Glühwein- und Crepe-Duft flanierten sie bereits am Samstagnachmittag unter der malerischen Klosterkulisse.

Auch feierliche Musik - wie beispielsweise die eines Leierkastenmannes - war schon von weitem zu hören. Viele Händler hatten Weihnachtliches im Gepäck. Geschnitztes aus dem Erzgebirge, Keramikwaren, Pfefferkuchenherzen und warme Socken wurden schnell zu Geschenken für die Lieben.

Warm wurde es den frierenden Weihnachtsmarktbesuchern am Lagerfeuer im Märchenwald. Dort konnten Große und Kleine Stockkuchen backen und nebenbei heißen Punsch, Kaffee oder Tee genießen. Durch den Märchenwald schlenderte Jean-Pascal Gabriel Will. Der Fünfjährige konnte an keinem Märchenmotiv vorbeigehen. Staunend stand er vorm Rotkäppchen und den sieben Geißlein. "Ich kenne alle Märchen", gab er zu. Seine Mutter Sylvia Will erzählte: "Wir sind bei der Familie in Guben zu Besuch, haben nur zufällig vom Weihnachtsmarkt hier in Neuzelle erfahren. Es ist wirklich schön hier," Seit vielen Jahren wohne sie in Taucha bei Leipzig. "Neuzelle kann weihnachtlich durchaus mit Leipzig mithalten", schwärmte sie.

Dann kam er: Der Bärtige. Er hielt Einzug mit der Schützengilde Neuzelle. Um die Bühne herum bildete sich schnell eine Traube aus Kindern. Rosalie war die Mutigste. Als erste wagte sich die Dreijährige zum Weihnachtsmann. Mit großen Augen und verschmitztem Blick sang sie ihm "Morgen kommt der Weihnachtsmann" vor und bekam dafür prompt ein Plüschtier als Geschenk. "Wir haben zu Hause geübt, aber Rosalie kennt schon eine Menge Weihnachtslieder", gab Mutter Ines Bittner aus Bremsdorf zu.

Immer mehr Kinder trauten sich dann auf die Bühne. Benny war schon größer. Der Achtjährige aus Guben strotzte vor Mut. Seine Mutter Tanja Unger strahlte. "Ich hatte noch den alten Weihnachtsmarkt auf dem Klostergelände in Erinnerung. Aber hier am Teich ist es auch schön", sagte sie. Bennys Oma Monika Matthews fügte hinzu: "Hier wird sehr viel für die Kinder geboten."

Dass Kälte auch hungrig macht, merkten die Betreiber der Quarkkeulchen- und Bratwurststände. Geduldig warteten die Hungrigen an der Schlange. Der Glühweinduft und der Geruch von gebrannten Mandeln folgten den Besuchern noch lange - mindestens bis sie ihr Auto erreicht haben.

Parkplätze waren allerdings rar am Wochenende, doch niemand scheute den langen Fußweg. Wer bis in die Abendstunden durchhielt, wurde mit einem wunderbaren Blick auf den stimmungsvoll beleuchteten Klosterteich belohnt.