Es gilt als das bedeutendste Duell im Club-Fußball. Gemeinsam mit seiner Frau Emira hat Smailagic, der im Rhein-Kreis Neuss selbst bei verschiedenen Vereinen als Trainer auf Kreis- und Bezirksebene gearbeitet hat, am Sonntag im Camp Nou, einem der größten Fußballstadien Europas, gegessen, mitgefiebert und den Sieg von Barça verfolgt. Am Dienstagmorgen ging das Ehepaar aus Neuss an Bord des Germanwings-Fluges 4U 9525. Gegen Mittag hätten beide in Düsseldorf landen sollen. Der Sohn sollte seine Eltern am Flughafen abholen, doch die Maschine kam bekanntlich nie an.

Ozan Erdogan ist Vorsitzender des Integrationsrates der Stadt Neuss. Fehret Smailagic kennt er aus der gemeinsamen Zeit beim FSV Vatan Neuss. Alle zwei bis drei Wochen haben sich die beiden in ihrer Stammkneipe am Neusser UCI-Kino getroffen, um zu erzählen - über den Fußball an sich und die "gute alte Zeit". Die Nachricht vom Tod seines Freundes, sagt Erdogan, habe ihn am Dienstag erreicht. "Ich hatte schon so eine Befürchtung, weil ich wusste, dass er zum El Classico will. Am späten Abend gab es dann Gewissheit. Ein enger Freund der Familie hat mich sofort informiert. Unsere Trauer ist groß."

Im Fußball-Kreis Neuss ist Fehret Smailagic ein bekannter Name. Unter anderem war er beim VfR Büttgen, bei der DJK Novesia und beim PSV Nordstadt beschäftigt. "Von vielen Spielern", sagt Ozan Erdogan, "wurde er liebevoll Braco - Bruder - genannt. Als Akteur auf dem Platz glänzte er mit seiner hervorragenden Technik, als Trainer zeichnete er sich durch Menschlichkeit, Einfühlungsvermögen und Sachverstand aus. Er war durch und durch fußballverrückt und - ein absolutes Paradebeispiel für gelungene Integration."

Fehret Smailagic arbeitete zuletzt als Taxifahrer in Kaarst. Auch dort war er als "sehr netter, freundlicher und sportbegeisterter Kollege" bekannt. Der Neusser hinterlässt drei erwachsene Kinder, zwei davon aus erster Ehe.