Ihre Mutter begann zu trinken und deren neuer Lebensgefährte ebenso. Doch als Anna zur neuen Familie zieht, beginnt der Horror erst richtig. Pflegemutter Petra W. schlägt sie und misshandelt sie nach sadistischer Art. Am liebsten taucht sie das kleine Mädchen in der Badewanne unter. Der Vater macht mit oder sieht zu. Im Juli 2010 wird die neunjährige Anna in Bad Honnef ertränkt.

Das Landgericht Bonn verurteilt die 52-jährige Petra W. am Donnerstag wegen Mordes und Misshandlung zu einer lebenslangen Haftstrafe. Ihr Ehemann, den der Richter als „Butler mit Ehering“ bezeichnet, muss wegen Körperverletzung mit Todesfolge für sechseinhalb Jahre ins Gefängnis.

„Anna hat aufbegehrt. Dies widersprach der Angeklagten“, sagt Richter Josef Janßen. Sie habe die Kompetenz der dominanten Pflegemutter infrage gestellt. Nach einem monatelangen Martyrium aus brutalen Schlägen, Stichen und Esszwängen ließ Petra W. am Todesabend auch die restlichen Hemmungen fallen. Als sich Anna verzweifelt vor weiteren Misshandlungen wehrt, fesseln sie die Eltern – wie bereits dutzendfach erprobt – an Füßen und Händen mit Panzerklebeband und legen sie abermals in die Badewanne.

Dort kommt es dann zum Todeskampf: „Als Anna unter dem Wasser war, muss die Angeklagte ein Resümee gezogen haben“, sagt der Vorsitzende Richter der Schwurgerichtskammer. Sie habe gebangt, Anna durch das Jugendamt zu verlieren. Nach Darstellung von Janßen hätte sie diese Blöße nicht ertragen können. „Jetzt drücke ich einfach weiter runter“, habe sich Petra W. dann gedacht. Der unterwürfige Pflegevater befreit Anna erst, als diese schon blau angelaufen ist.

Das Urteil nimmt die machthungrige Pflegemutter ohne sichtbare Regung entgegen.