Nach dem Blutbad in einer hauptsächlich von Schwarzen besuchten Kirche im US-Südstaat South Carolina mit neun Opfern ist der mutmaßliche Täter festgenommen worden. Der Zugriff erfolgte am Donnerstag in Shelby im nördlichen Nachbarstaat North Carolina, mehr als 300 Kilometer vom Tatort entfernt, wie der zuständige Polizeichef Gregory Mullen bekanntgab und die Bundespolizei FBI bestätigte. "Unser aufrichtiger Dank gilt der Öffentlichkeit und den Strafverfolgungspartnern", schrieb die Behörde über den Kurznachrichtendienst Twitter. Die Behörden hatten den 21 Jahre alten Verdächtigen zuvor namentlich identifiziert und ein Foto von ihm veröffentlicht.

Was die Motive des Täters weißer Hautfarbe waren, blieb zunächst offen. Der Gesuchte soll sich vor der Tat am Mittwochabend (Ortszeit) etwa eine Stunde in der Kirche in der Stadt Charleston aufgehalten haben, bevor er das Feuer eröffnete.

Das Verbrechen löste wohl auch deshalb besonderes Entsetzen aus, weil es erst im April im Nachbarort North Charleston - rund 15 Minuten mit dem Auto entfernt - zu einem Zwischenfall gekommen war. Ein Polizist hatte damals von hinten einen flüchtenden Afroamerikaner erschossen. Die Tat wurde auf einem Video festgehalten.

Mehrmals kam es in den vergangenen Monaten in den USA zu Straßenprotesten, nachdem Afroamerikaner von weißen Polizisten erschossen worden waren.

Einzelheiten zu den Opfern in der Kirche wurden zunächst nicht bekannt gegeben. Nach Medienberichten soll Clementa Pinckney, demokratischer Senator im Landesparlament, unter den Opfern sein. Er ist Pfarrer an der "Mother Emanuel"-Kirche. Nach Gemeinde-Angaben ist sie das älteste Gotteshaus der Afrikanisch-methodistischen Episkopalkirche in den Südstaaten.