Jetzt rückt der Ötzi-Fachmann Al-bert Zink vom Bozener "Institut für Mumien und den Iceman" die vermeintliche Sensation zurecht: "Was da so medienwirksam und populärwissenschaftlich der Welt mitgeteilt worden ist, wird von unseren Befunden bisher nicht bestätigt." Die Untersuchungen seines vor einem Jahr eröffneten Eismann-Instituts an Ötzis Waffen brachten nur geringe Spuren von Blut an einem Schaft ans Tageslicht, und die könnten von Tieren stammen. Also doch kein Todeskampf mit vier anderen Jägern vor 5300 Jahren in den Alpen?
Archäologen der australischen Universität Brisbane hatten vor fünf Jahren mit der gruseligen Geschichte Schlagzeilen gemacht. Laut ihrer Gen-Analyse klebte an der Axt des Gletschermanns noch das Blut seiner Feinde. Auch am Köcher des Toten fänden sich Reste fremden Blutes. "Diese australischen Untersuchungen sind sehr umstritten und nie wissenschaftlich belegt worden", hält Zink dagegen.
Gerichtsmedizinische Tests unter anderem zum Hämoglobin-Nachweis haben nach Zinks Worten "Blut auf Ötzis Fellmantel festgestellt, wobei wir davon ausgehen, dass es sein eigenes ist." Das eigens zur Ötzi-Forschung gegründete Institut untersucht die Wunden des Eismanns und seine Hämatome, will die Todesursache und Blutgruppe der Mumie genau bestimmen und der Kern-DNA vorstoßen.
"Dann sollten wir klarer sehen", so Zink. (dpa/ig)