Die Mannschaft stehe, in wenigen Tagen werde der Schulleiter des neuen Evangelischen Gymnasiums vorgestellt. Das sagt Iris Stegmann von der Schulstiftung der Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Im Mai rechne der Träger mit der Genehmigung des Potsdamer Ministeriums. Auf jeden Fall wird nach den Sommerferien mit rund 40 Schülern gestartet.

Parallel zu diesen Gesprächen läuft in der Stadt derzeit das Ü-7-Verfahren. Es steuert den Übergang von der sechsten in die siebente Klasse. Eltern geben dabei die Wunschschule für ihre Kinder an. Anhand der Anmeldungen und der Kapazitäten werden die Schüler dann aufgeteilt.

Das ohnehin nicht ganz einfache Verfahren wird in diesem Jahr durch die neue Schule deutlich erschwert. Denn das Evangelische Gymnasium konnte an diesem Ü-7-Verfahren noch nicht teilnehmen. So mussten auch Eltern, die ihre Kinder in die evangelische Einrichtung schicken wollen, erst einmal eine andere Schule wählen, um in einigen Wochen umzuschwenken.

Das erschwert die Planung an den Schulen, sagt die Stadtverordnete Christina Gerth (Frauenliste). Ein Beispiel für das drohende Tohuwabohu: Für das Cottbuser Humboldt-Gymnasium haben sich in diesem Jahr 65 Schüler angemeldet. Die Schule verfügt aber über eine Kapazität von 84 Schülern. Um diese Lücke zu stopfen, werden zum Beispiel Schüler aus dem stark nachgefragten Leichhardt-Gymnasium ins Humboldt umgelenkt. Das ist bereits geschehen. Mit 82 neuen Siebentklässlern plant Schulleiterin Ingrid Fritz nun nach eigener Aussage. Damit ist auch ihr Haus fast voll. Zumindest bis Mai. Dann könnten sich wieder einige Schüler vom Humboldt in Richtung Evangelisches Gymnasium verabschieden - oder doch noch ins Leichhardt wechseln.

Dort muss Schulleiter Lutz Wegener einigen Bewerbern eine Absage erteilen, ohne dabei zu wissen, ob nicht vielleicht doch noch ein paar Stellen wieder frei werden.

Trotz der Unsicherheit in diesem Schuljahr sieht man sowohl im Humboldt- als auch im Leichhardt-Gymnasium die neue Konkurrenz gelassen. Auch der Cottbuser Schuldezernent Berndt Weiße (parteilos) hat in dieser Woche noch einmal bekräftigt, dass bis zum Jahr 2020 kein Gymnasium wegen fehlender Schüler um seine Existenz fürchten muss.