Unter den Bewohnern der Armensiedlungen herrschte Wut auf die Behörden. Wie durch ein Wunder konnten in einem Armenviertel von Niterói acht Kinder einer Krippe lebend geborgen werden. Die Feuerwehrleute zogen allerdings auch die Leichen von mindestens zwei Erziehern aus den Trümmern des Hauses. "Wir haben Lärm gehört, uns umgedreht und auf einmal krachte alles herunter", sagte ein Bewohner des Viertels. Nach Behördenangaben wurden in Niterói bisher sechs Tote geborgen. Mehr als hundert Rettungskräfte und Bewohner versuchten verzweifelt, noch Überlebende in den Trümmern zu finden. Seit Montag versinkt die Gegend um Rio nach den heftigsten Regenfällen seit fast einem halben Jahrhundert in Fluten von Wasser, Geröll und Schlamm. Jüngsten Behördenangaben zufolge wurden dabei 151 Menschen getötet. Am schwersten betroffen war Niterói auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht von Rio. Dort kamen bisher mindestens 67 Menschen ums Leben. Rund 14 000 Menschen wurden nach Behördenangaben in der Region obdachlos. Am schwersten betroffen von den Überschwemmungen sind zumeist die Bewohner der an den Hängen um Rio errichteten Armenviertel, der Favelas. Unter den Bewohnern machte sich unterdessen Wut über die von den Behörden seit Langem versprochenen, aber nie umgesetzten Umsiedlungen breit. AFP/pb