Während Maler Uwe Lehmann mit dem Verlegen einer Glasgewebetapete in einem der Gänge beschäftigt ist und im Außenbereich die Erdarbeiten laufen, finden sich in der künftigen Fahrzeughalle die federführenden Akteure zur Bauberatung zusammen. Wenige Tage vor dem Finale für die Rettungswache gibt es in den Gesichtern von Reiner Sehring, Leiter des Eigenbetriebes Rettungswesen des Landkreises Elbe-Elster, und Bauleiter Thomas Bauer vom Architekturbüro Habermann durchaus ernste Züge. Im Endspurt muss der sechste Gang eingelegt werden, man wollte eigentlich schon ein Stück weiter sein, zum Beispiel mit der Elektroinstallation. Doch Elek tromeister Frank Günther scheint die Ruhe in Person. „Bei der nächsten Bauberatung sieht das anders aus“, beruhigt er und ist am Überlegen, ob seine Leute am Montag oder erst am Dienstag anrücken sollen. Auf alle Fälle lasse es sich in einem Neubau wie diesem immer gut arbeiten, jedenfalls besser als in einer alten Kate, versichert er. Auch Alf Richter vom Falkenberger Planungsbüro AHS weiß, dass bei den restlichen Arbeiten im Sanitärbereich ein Zahn zugelegt werden muss. Lange Lieferfristen wie für die Ganzglas-Duschabdeckung für die Notarztdusche bestätigen wohl die These „Gut Ding will Weile haben“.

„Der Maler wird nächste Woche Donnerstag fertig sein, die Küchenbauer kommen auch nächste Woche“, weiß Reiner Sehring. Und Ulrich Wolf vom gleichnamigen Bauunternehmen beteuert mit Blick auf die noch zu erledigenden Erd- und Pflasterarbeiten: „Der 27. Oktober steht für mich.“ In der übernächsten Woche soll der Asphalt für die Zufahrt kommen. 880 Quadratmeter werden mit Schwarzdecke belegt, 250 Quadratmeter im Bereich von Terrasse, Stellflächen und Gehwegen gepflastert. Bauleiter Thomas Bauer rät, dass sich Tiefbauer und Elek-

triker noch einmal konkret besprechen, wie die Pollerleuchten am besten in den Boden eingefügt werden können. An diesem Donnerstag geht es um eine Reihe anderer Details: Wie sollen die Feuerlöscher in der Fahrzeughalle befestigt, wie die Steuerung von Bewegungsmeldern und Türsprechanlage programmiert werden, und, und, und.

In den Termindruck seien die die Bauleute geraten, weil sich der Baugrund über die gesamte Fläche hinweg als schlecht erwiesen habe, erklärt Reiner Sehring. Man habe bis in zwei Meter Tiefe auskoffern und neu auffüllen müssen. Das habe Mehrkosten verursacht. Doch an der Gesamtinvestitionssumme von 1,2 Millionen Euro soll festgehalten werden, so der Werkleiter. Ein Puffer in der Kostenbilanz ist allerdings jenes Gestaltungsmittel, das an einem jetzt gegossenen Fassadenelement zur Straßenseite hin als eine besondere Tafelverkleidung angebracht werden soll. Sie könnte im schlimmsten Fall den erhöhten Baugrundkosten geopfert werden und dem Architekten Tränen in die Augen treiben. Doch hier werde das letzte Wort erst ganz am Ende gesprochen, vertagt Reiner Sehring die Verabreichung eines eventuellen Wehrmuttropfens.

Am Donnerstag begannen die Tiefbauer mit dem Anlegen der Zufahrt zur Rettungswache von der Kirchhainer Straße aus. Da im kommenden Jahr die Sanierung dieser Straße vorgesehen ist, wurde mit dem Landesbetrieb Straßenwesen die Platzierung des Gebäudes so abgestimmt, dass Raum für einen Radweg entlang der Landesstraße bleibt.

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Zum ThemaDie Grundsteinlegung für die neue Rettungswache des Landkreises Elbe-Elster in Finsterwalde erfolgte am 12. Oktober 2010. Am 15. September war die Baustelle eröffnet worden.Investiert werden 1,2 Millionen Euro.Die feierliche Einweihung ist am 3. November 2011.