Im Gemeindeverbund waren die etwa 1800 katholischen Christen der Region bereits näher zusammengerückt, um unter der Leitung von Claretiner-Pater Ansgar Schmidt aus Mühlberg die Pfarreigründung vorzubereiten. Jetzt ist es soweit: Die Gemeinden Bad Liebenwerda, Mühlberg, Falkenberg, Uebigau, Herzberg und Schlieben schließen sich zusammen. Der Sitz der Pfarrei "St. Franziskus", die von Pater Schmidt geleitet wird, befindet sich in Bad Liebenwerda. Damit sollen die Größe der bisherigen Gemeinde und ihre geschichtliche Bedeutung gewürdigt werden. "Nach der Reformation begann hier wieder das katholische Leben in unserer Region. Seit 1873 gab es hier einen Pfarrer", weist Pfarrer Hans Thiersch hin. Von Bad Liebenwerda aus seien die Gemeinden im heutigen Elbe-Elster-Kreis gegründet worden. Zurück zur Gegenwart: Üblicherweise ist der Wohnsitz des leitenden Pfarrers auch Sitz der Pfarrei. Im Fall von "St. Franziskus" stimmte Bischof Gerhard Feige einer Ausnahme zu - auch wegen der Entwicklung des Geistlichen Zentrums im Kloster Marienstern in Mühlberg. Im gesamten Bistum Magdeburg werden die bisherigen Pfarreien, Pfarrvikarien und Kuratien aufgelöst. Entstehen werden 44 neue, deutlich größere Gebiete umfassende Pfarreien. Hintergründe dieser Neustrukturierung seien zum einen die kleiner werdenden Gemeinden und die sinkende Zahl der Priester, erklärt Pater Ansgar Schmidt. Dieser Schritt solle jedoch nicht als rein kirchenrechtlicher und verwaltungstechnischer Akt verstanden werden, sagt er weiter. "Er ist auch ein Neuaufbruch", so der neuer Pfarreileiter. In der neuen Struktur könne vieles, was in den kleinen Gemeinden nur schwer oder kaum noch durchzuführen sei, besser gehandhabt werden. Ansgar Schmidt nennt als Beispiele den Religionsunterricht, die Vorbereitung der Kinder auf die Erstkommunion und die Jugendarbeit. Etliches sei im Gemeindeverbund schon gemeinsam durchgeführt worden Als "Bündelung der vorhandenen Kräfte" versteht der Falkenberger Pfarrer Heinz Werner die neue Struktur. Das Leben in den bisherigen einzelnen Gemeinden werde damit auf keinen Fall beendet. Die Kirchen und Treffpunkte vor Ort bleiben, die Verwaltung werde jedoch zentralisiert. Andreas Könitz aus Mühlberg ist mit einer halben Stelle bereits im Gemeindeverbund als Verwaltungskraft angestellt worden. Die Pfarreigründung sei in einem Team vorbereitet worden, unterstreicht Pater Ansgar. Dazu gehören neben ihm als Leiter Pfarrer Heinz Werner aus Falkenberg, Gemeindereferentin Silvia Marx aus Herzberg, Pfarrer Hans Thiersch aus Bad Liebenwerda und Pfarrer Wolfgang Golla aus Herzberg. Die beiden Letztgenannten werden in diesem Jahr 70 und gehen ab der zweiten Jahreshälfte in den wohlverdienten Ruhestand. Dann stehen die beiden anderen Priester und die Gemeindereferentin zur Verfügung. Eine neue Gottesdienstordnung, die ab 8. Mai gilt, wurde erstellt. Zum Gründungstag Die neue Pfarrei "St. Franziskus" wird am Sonntag, 2. Mai, um 10 Uhr mit einer festlichen heiligen Messe in der Mühlberger Klosterkirche gegründet. Nach dem Mittagessen werden die Geschichte der Gemeinden, der Kirchenpatron Franz von Assisi und auch die Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen in Bad Liebenwerda vorgestellt. Das Fest endet mit einer Andacht um 15 Uhr.